Kein Land holt sich weniger Unterhaltsvorschüsse zurück als Bremen

  • Bremen holt nur sechs Prozent der Unterhaltsvorschüsse zurück
  • Von 22 Millionen Euro wurden lediglich 1,2 Millionen eingetrieben
  • Bundesweite Rückholquote sinkt von 19 auf 13 Prozent
Geld und Kuli auf einem Antrag auf Festsetzung von Unterhalt
Wenn ein Elternteil keinen Unterhalt zahlt, springen die Sozialämter ein. Bild: Imago

Bremen ist Schlusslicht, wenn es darum geht, Unterhaltsvorschüsse für Kinder Alleinerziehender von säumigen Elternteilen zurückzuholen. Das geht aus Zahlen des Familienministeriums hervor. Bundesweit sank die sogenannte Rückholquote demnach im vergangenen Jahr von 19 auf 13 Prozent. In Bremen lag sie bei sechs Prozent.

22 Millionen Euro hat Bremen im vergangenen Jahr vorgestreckt, wenn meist Mütter beim Sozialamt ausbleibenden Unterhalt des anderen Elternteils beklagt haben. Nur 1,2 Millionen Euro konnte Bremen laut Sozialressort wieder eintreiben. Ein Grund: Zu fast 90 Prozent bekommen säumige Väter selbst Sozialleistungen. Bei ihnen kann der Staat also nichts holen, heißt es.

Zudem wurden 2018 viele Zahlungen auch für das Vorjahr geleistet, in dem es eine Gesetzesänderung gab. Jetzt haben Kinder länger Anspruch darauf, dass der Staat einspringt. Außerdem berechneten die Verwaltungen in anderen Ländern ihre Quote anders, hieß es aus Bremen. Man könne die Zahlen also nicht direkt vergleichen. Die Sozialbehörde glaubt auch nicht, dass die Zahlungsmoral in den kommenden Jahren besser wird oder die Ämter mehr Unterhaltszahlungen eintreiben können.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 18. Februar 2019, 17 Uhr