Infografik

Mehr als 500 Prostituierte im Land Bremen gemeldet

  • 409 Prostituierte in Bremen angemeldet – 100 Rumäninnen
  • 125 sind in Bremerhaven tätig – 73 kommen aus Ungarn
  • Bearbeitung der Anträge dauert rund drei bis sechs Monate
Eine Prostituierte liegt im Bordell "Paschas" auf einem Bett.
Die Beratung der Sexarbeiter und Sexarbeiterinnen wird auch unabhängig von der jetzt nötigen Anmeldung der Arbeit angenommen. Bild: DPA | Oliver Berg

Seitdem das Prostituiertenschutzgesetz in Kraft getreten ist, haben sich nach aktuellem Stand im Land Bremen insgesamt 534 Prostituierte angemeldet. 409 von ihnen arbeiten in der Stadt Bremen und 125 in Bremerhaven. Das geht aus einer Antwort des Senates auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion in der Bürgerschaft hervor. Das Gesetz schreibt vor, dass Prostituierte bei den Behörden angemeldet sein müssen und ein Gewerbe, in dem Prostituierte arbeiten, eine Erlaubnis benötigt.

Während in Bremen die meisten Prostituierten rumänischer Herkunft sind (100), gefolgt von 66 Deutschen und 58 bulgarischen Prostituierten, ist die Anzahl der Prostituierten ungarischer Herkunft in Bremerhaven am höchsten (73). Nicht erfasst werden das Geschlecht, Alter und der Wohnort der Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter.

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Beratungsgespräche werden angenommen

In der Stadt Bremen wurde zwölf Menschen eine sogenannte Anmeldebescheinigung verweigert. Der Grund: Es waren Menschen aus Drittstaaten und bei ihnen war unklar, ob sie in Deutschland arbeiten dürfen. Sie wurden laut der Antwort der Bürgerschaft an das Migrationsamt verwiesen. In Bremerhaven wurde bislang noch keine Anmeldebescheinigung verweigert.

Ebenfalls registrieren lassen müssen sich sogenannte Prostitutionsstätten. In Bremen haben das bis zum 22. Juli 2019 insgesamt zehn Betriebe getan – in Bremerhaven noch kein einziger. Mehr als 40 Anträge sind in Bremen noch nicht entschieden worden, in Bremerhaven über 35. Betreiber müssen mit einer Bearbeitungsdauer von rund drei bis sechs Monaten rechnen, bis sie mit die Betriebserlaubnis für ein Prostitutionsstätte erhalten.

Teil des Prostituiertenschutzgesetzes ist es auch, dass Prostituierte die Chance auf Beratungsgespräche haben. In Bremen haben bereits 454 solcher Beratungen stattgefunden. In Bremerhaven waren es 125. Somit waren es insgesamt 579 Gespräche – und einige Prostituierte nutzen das Angebot auch unabhängig von der Anmeldung der Behörden.

Verstoß gegen die Kondompflicht in Bremerhaven

Auch Ordnungswidrigkeiten werden in dem Prostituiertenschutzgesetz festgelegt. In Bremen wurde noch kein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet – in Bremerhaven gab es allerdings bereits einen Verstoß gegen die Kondompflicht. Das Verfahren wurde am Amtsgericht Bremerhaven eingestellt.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 15. Oktober 2019, 23:30 Uhr