Kommentar

"Lieber Büsche statt Pfähle im Kampf gegen Freimarkt-Falschparker"

Mit Metallpfählen will Bremen das wilde Parken während des Freimarkts unterbinden. Das sei hässlich und unästhetisch, findet unser Autor Peter Meier-Hüsing.

Metallpoller stehen am Straßenrand.

Mit Pfählen und Pollern gegen Falschparker, ein probates Mittel in deutschen Großstädten. Nun also auch am Torfkanal. Jetzt mal Hand aufs Herz: Wann wird am Torfkanal längs des Bürgerparks wild und regelwidrig geparkt? Zwei Wochen während der herbstlichen Freimarktszeit und vielleicht noch mal für ein paar Tage zur Osterwiese. Das war es dann aber auch. Könnte man mit leben, wie in den vergangenen Jahrzehnten. Muss man aber auch nicht, das ist eine politische Entscheidung im Umweltressort. Okay!

Nur jetzt prangen da 400 Metallpfähle in gerader Reihung zwischen Kanal und Bürgerpark. Korrekt ausgerichtet und verlässlich einbetoniert. Und die stehen dort nicht nur zur Freimarktszeit, sondern immer! Wen sollen sie zu 90 Prozent des Jahres vergraulen und verdrießen? Parkplatzsucher jedenfalls nicht. Aber sicher alle, die dort tagein tagaus entlangradeln oder spazieren gehen, denn diese grassierende Poller- und Pfahlmanie in deutschen Großstädten als verkehrspolitische Beruhigungsmaßnahme mag bürokratischen Erfordernissen entsprechen, aber sie sind unstrittig eines: hässlich und unästhetisch.

Befürchtung des Umweltressorts ist Unsinn

Abgesehen davon, dass man für 20.000 Euro Kosten für diese Pfahlbauten ein paar hübsche Büsche oder anderes Gewächs längs des Kanals hätte pflanzen können. Und das besonders rabiate und fiese Parker nun nichts anderes im Sinn hätten, als solches Buschwerk regelmäßig platt zu walzen – so die geäußerte Befürchtung des Umweltressorts – ist noch nicht mal an den Haaren herbeigezogen, das ist schlicht Unsinn.

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  • Peter Meier-Hüsing

Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Bremen Vier Läuft, 8. Oktober 2019, 16:45 Uhr