Fröhlich ans Werk: Was hat Blumenthals neuer Ortsamtsleiter vor?

Mann, Ende 30, posiert vor einem Wappen mit Schiff
Folgt Peter Nowack als Ortsamtsleiter Blumenthals: Oliver Fröhlich. Bild: Oliver Fröhlich

Es war eine große Überraschung, als Peter Nowack Ende Februar vom Beirat Blumenthal nicht wiedergewählt wurde. Heute wird Oliver Fröhlich offiziell zu seinem Nachfolger ernannt. Das sind seine Pläne.

Herr Fröhlich, warum haben Sie sich aus dem ruhigen Beverstedt um das Amt des Ortsamtsleiters im armen Bremer Stadtteil Blumenthal beworben?
Ich finde es reizvoll, transparent zu agieren, Bürger zu beteiligen. Das wird im Land Bremen ganz, ganz groß geschrieben – und das ging auch aus der Ausschreibung hervor. Zudem kenne ich Blumenthal, weil ich hier früher Fußball gespielt habe. Für mich ist Blumenthal ein Bestandteil von Bremen.
Ich tue mich mit der üblichen Unterscheidung zwischen Bremen und dem abgehängten Bremen-Nord schwer. Statt dessen sehe ich: Da ist ein Stadtteil, der weiterentwickelt werden will. Und ich kann dabei helfen – indem ich meinen Teil dazu beitrage, dass die Stadtteile Bremens enger zusammenrücken und man irgendwann vielleicht nicht mehr ausdrücklich zwischen Bremen und Bremen-Nord unterscheidet.
Welche Möglichkeiten haben Sie dazu als Ortsamtsleiter? Ist ein Ortsamtsleiter nicht vor allem ein Repräsentant?
Natürlich sind die Möglichkeiten, selbst etwas zu machen, begrenzt. Trotzdem ist ein Ortsamtsleiter mehr als ein Repräsentant: Er ist das Bindeglied zwischen der Politik und der Verwaltung eines Stadtteils. Und genau da sehe ich mich auch. Ebenso ein bisschen als Stadtteilmanager, als jemand, der auf die Menschen zugeht, mit ihnen über ihre Bedürfnisse spricht und sie in Entscheidungen einbindet. Man kann ganz viel als Erwachsener darüber reden, was für Jugendliche toll und gut ist. Aber sinnvoller ist es, auf sie zuzugehen, mit den Jugendlichen zu sprechen. Das habe ich vor.
Und was noch? Was sind in Ihren Augen die vorherrschenden Themen in Blumenthal?
Dass den kleineren Kindern ein Betreuungsplatz zur Verfügung stehen muss. Dass die Schülerinnen und Schüler vernünftig ausgestattet werden, ebenso natürlich die Senioren. Dass jeder die Möglichkeit hat, seine Interessen und Bedürfnisse einzubringen. Man muss darüber reden, um dann zu gucken: Was ist wie in welcher Form umsetzbar? Dann haben wir natürlich das große Thema Wollkämmerei-Gelände. Da bin ich ganz zuversichtlich. Dort soll eine großer Bildungscampus entstehen. Dann haben wir die Leerstände rund um den Marktplatz: Soll dort eher Wohnraum entstehen oder doch lieber Geschäfte?
Wie stehen Sie dazu?
Ich wünsche mir vor allem, dass es dort nicht mehr so trostlos aussieht, dass dort Leben einkehrt. Damit das gelingt, müssen wir uns abstimmen: Fehlt der Wohnraum, wenn man mehr Geschäfte haben möchte? Über welche Geschäfte kann man sich überhaupt unterhalten, um einen Konsens zu finden?
Wollen Sie weiterhin im gut 35 Kilometer entfernten Beverstedt wohnen? Oder werden Sie nach Blumenthal ziehen?
Ich wohne weiterhin in Beverstedt. Aber ich schließe nicht aus, dass ich irgendwann nach Blumenthal ziehe. Momentan sage ich mir: Es ist nicht verkehrt, als Außenstehender auf Blumenthal zu blicken. Sollte ich aber nach einer Weile zu dem Ergebnis kommen, dass es doch besser wäre, mittendrin zu wohnen, dann kann es sein, dass ich mich umentscheide.

Beirät wählt Blumenthaler Ortsamtsleiter Nowack ab

Video vom 25. Februar 2020
Peter Nowack der ehemaliger Blumenthaler Ortsamtleiter.

Autor

  • Alexander Schnackenburg

Dieses Thema im Programm:  Bremen Eins, Rundschau am Morgen, 25. Februar 2020, 7 Uhr