Rund 16.700 Menschen könnten in Bremen Grundrente bekommen

  • Vor allem Frauen würden von Plänen profitieren
  • In Niedersachsen bekämen rund 215.000 Menschen die Grundrente
  • Gewerkschaft NGG begrüßt Pläne des Bundesarbeitsministers
Eine Männer- und eine Frauenfigur stehen auf einem Stapel von Ein-Euro-Münzen.
Rund 13.000 Frauen und 3.700 Männer würden laut Gewerkschaft NGG von den Rentenplänen profitieren. (Symbolbild) Bild: DPA | Christian Ohde

Rund 16.700 Rentnerinnen und Renter in Bremen würden von den Grundrenten-Plänen von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) profitieren. Das geht aus einer Untersuchung des Pestel-Instituts in Hannover hervor, die die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) heute vorgestellt hat.

Den NGG-Angaben zufolge würden vor allem Frauen von der Grundrente profitieren: nämlich rund 13.000. Hinzu kämen etwa 3.700 Männer. Diese Menschen bekommen demnach derzeit eine Rente von weniger als 896 Euro pro Monat – und das obwohl sie auf mindestens 35 Beitragsjahre kommen. Die Altersbezüge dieser Menschen will Minister Heil je nach Rentenhöhe um bis zu mehrere Hundert Euro pro Monat aufstocken.

Die Grundrente ist ein guter Vorschlag, um Altersarmut in großem Stil zu vermeiden und endlich wieder die Lebensleistung der Menschen zu würdigen, die 35 Jahre und länger Beiträge gezahlt hätten.

Herbert Grimberg, Chef des NGG-Landesbezirks Nord

Heil hat eine Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung für Geringverdiener vorgeschlagen. Sein Plan sieht automatische Rentenzuschläge für Geringverdiener vor, die mindestens 35 Jahre lang Beiträge gezahlt haben. Auch Teilzeitarbeit, Kindererziehungs- und Pflegezeiten zählen. Wer dann weniger als 896 Euro Rente hat, bekäme bis zu 447 Euro monatlich als Zuschlag.

Nach den Berechnungen des Pestel-Instituts trifft dies in Niedersachsen auf rund 215.000 Rentnerinnen und Rentner zu – auch dort deutlich mehr Frauen (163.000) als Männer (52.000). Nach Einschätzung von Herbert Grimberg, Chef des NGG-Landesbezirks Nord, käme die Grundrente vor allem Beschäftigten in Branchen wie der Hotellerie, Gastronomie und dem Bäckerhandwerk zugute. "Dort, wo die Löhne zu niedrig sind oder wegen Teilzeit nur geringe Rentenbeiträge zusammenkommen, reicht auch jahrzehntelange Arbeit nicht, um im Alter der Grundsicherung zu entgehen", sagt Herbert Grimberg.

Die Pläne des Bundesarbeitsministers sind umstritten. Union und Wirtschaftsvertreter kritisierten das Vorhaben stark, vor allem weil Heil auf die Bedürftigkeitsprüfung verzichten will. Diese ist im Koalitionsvertrag genannt. Auch Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) hatte den Vorschlag jüngst als falsch kritisiert.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 21. Februar 2019, 23:30 Uhr