EU-Klima-Klage von Langeooger Familie geht in neue Runde

  • Bremer Anwalt schätzt Chancen vor dem Europäischen Gerichtshof als gering ein
  • Am Samstag geht er trotzdem in Berufung
  • Familie sieht ihre Lebensgrundlage durch den Klimawandel bedroht
Das Bild zeigt mehrere Strandkörbe am Strand.

Eine Familie auf Langeoog geht weiter gegen die EU-Klimapolitik vor den Europäischen Gerichtshof vor. Im Mai hatte ein anderes EU-Gericht ihre Klage abgewiesen. Am Samstag will der Anwalt der Familie dagegen nun Berufung einlegen.

Die Chancen auf Erfolg vor dem EuGH sind eher gering, sagt der Bremer Anwalt der Kläger Gerd Winter. Die europäischen Gerichte würden bei individuellen Klagen oft sehr restriktiv vorgehen, erklärt er. Normalerweise haben Klagen eines Einzelnen nur dann Erfolg vor europäischen Gerichten, wenn Kläger ganz individuell betroffen sind. Das liegt nach Einschätzung der ersten Instanz, dem Europäischen Gericht, aber nicht vor, da viele Menschen vom Klimawandel betroffen seien.

"Da muss der Europäische Gerichtshof seine Auslegung des Rechts anpassen", fordert Winter. Es könne nicht sein, dass Menschen keinen Rechtsschutz bekommen, nur weil auch viele andere unter dem Klimawandel zu leiden haben. So soll laut Winter verhindert werden, dass es zu regelrechten Klagewellen kommt. Das ist auch verständlich, sagt er, ist in diesem Fall aber nicht zielführend. Er hofft, dass der EuGH in diesem Fall Einsicht zeigen wird.

Die Familie auf der ostfriesischen Insel Langeoog argumentiert, der Klimawandel führe zu steigendem Meeresspiegel und Sturmfluten, die ihre Lebensgrundlagen bedrohen.

Deshalb müsse die EU ihre Klimaziele für das Jahr 2030 anpassen. Dazu gehörten zum Beispiel schärfere Grenzwerte für Emissionen. Neben den Langeoogern klagen weitere Familien aus der EU, den Fidschi-Inseln und Kenia.

Familie sieht Lebensgrundlage bedroht

Die Familie auf der ostfriesischen Insel Langeoog argumentiert, der Klimawandel führe zu steigendem Meeresspiegel und Sturmfluten, die ihre Lebensgrundlagen bedrohen. Deshalb müsse die EU ihre Klimaziele für das Jahr 2030 anpassen. Dazu gehörten zum Beispiel schärfere Grenzwerte für Emissionen. Neben den Langeoogern klagen weitere Familien aus der EU, den Fidschi-Inseln und Kenia.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Vier, Vier News, 11. Juli 2019, 15 Uhr