Die Bremer Spitzenkandidaten der "kleinen" Parteien

Die Wahl steht vor der Tür, die Parteien gehen an den Start – und mit ihnen die Spitzenkandidaten. Hier sind die Kandidaten der "kleinen" Parteien im Wahlbereich Stadt Bremen.

Rathaus, Dom und Bürgerschaft Bremen in der Sonne
Bild: DPA | Carmen Jaspersen

Für die Bürgerschaftswahl im Mai 2019 gibt es streng genommen für die meisten Parteien zwei Spitzenkandidaten. Es gibt keine Gesamt-Landeslisten – denn die Bremerhavener schicken ihre eigenen Leute ins Rennen. 66 der Sitze sind für Abgeordnete aus Bremen reserviert, 16 für die aus Bremerhaven. Von den neun Parteien und Bündnissen, die noch nicht in der Bürgerschaft vertreten sind, treten fünf nur in Bremen und zwei nur in Bremerhaven an.

Thomas Brettermyer – Die Partei

Ein Mann sitzt hinter einem Schreibtisch und hält den Deckel einer Isolierkanne in der Hand
Bild: Die Partei Bremen | Marten Schulz

Geboren: 1967 in Lichtenhorst (Niedersachsen)

Familienstand: "lediger Familienvorstand ohne weitere Kinder"

Politischer Werdegang: 11. September 2017: Annahme des Antrags auf Mitgliedschaft in der sehr guten Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die Partei)

Beruflicher Werdegang: Ausbildung zum Tischler, Fachabitur für Gestaltung, Vaterlandsersatzdienst
duale Ausbildung Wirtschaft, FH-Studium und Tätigkeit in der Wirtschaft ("Sewastopol und "Eisen" am Sielwall), Gesellenwanderschaft, selbstständig im Reisegewerbe Handwerk, derzeit ohne Aufgabenfeld

Politischer Schwerpunkt: Satire und Humoriges, Kreativität, humanistisches Verständnis, Rechtsgefühl, Expertentum

Welches politische Ziel ist ihnen für das Land Bremen wichtig und welche Interessen der Stadt Bremerhaven würden Sie auf Landesebene gern durchsetzen?

Vorläufig und bis zur endgültigen Stimmauszählung und anschließenden Annahme des Wählermandats gehe ich von der Opposition aus. Ferner werde ich keine weiteren Pläne von Die Partei bekanntgeben, da schon unsere sehr gute Idee zur Bewältigung des Bremer Verkehrschaos und überfälliger Investitionen (Entlastung der Stephanibrücke) vom politischen Gegner übernommen und für absurde Vorwahlversprechen missbraucht wurde.

Thomas Brettermyer

Gunnar Christiansen – Piratenpartei

Ein Mann schaut in die Kamera
Bild: Piraten Bremen

Geboren: 1961 in Ravensburg (Baden-Württemberg)

Familienstand: ledig, 3 Kinder

Politischer Werdegang: seit 2015 für die Piraten im Beirat Neustadt

Beruflicher Werdegang: 1999-2001 Unternehmer im Einzelhandel, 2010 Diplom in Soziologe, seit 2011 Mitarbeiter im Zentralen Prüfungsamt der Universität Bremen


Welches politische Ziel ist ihnen für das Land Bremen wichtig und welche Interessen der Stadt Bremerhaven würden Sie auf Landesebene gern durchsetzen?

Ich setze mich dafür ein, dass Bremen wieder handlungsfähig und die Spaltung Bremens in Arm und Reich überwunden wird. Angesichts einer sich abzeichnenden rot-rot-grünen Regierung wollen wir die dann fehlende linke Opposition bilden. Der Bau des OTB muss verhindert werden und die 180 Millionen Euro sollten in Bremerhaven und auch in Bremen dafür aufgewendet werden, um endlich mit dezentraler Stromversorgung zu starten und damit unabhängig von den Preisschrauben der Monopolisten zu werden.

Gunnar Christiansen

Olaf Dinné – Freie Wähler

Olaf Dinné, Landesvorsitzender der Partei Freie Wähler
Olaf Dinné, Landesvorsitzender der Partei Freie Wähler

Geboren: 1935 in Berlin

Familienstand: geschieden, 3 Kinder

Politischer Werdegang: 1962-1978 SPD-Mitglied, 1979 bis 1981 Grüne, ab 1979 einer der ersten Grünen Abgeordneten eines Landesparlaments, danach Bürgerinitiativen, 2018 Gründung des Landesverbands der Freien Wähler

Beruflicher Werdegang: Studium der Architektur, Gründungsmitglied der Bremer Architektenkammer

Politischer Schwerpunkt: Umwelt

Welches politische Ziel ist ihnen für das Land Bremen wichtig und welche Interessen der Stadt Bremerhaven würden Sie auf Landesebene gern durchsetzen?

Meine politischen Ziele für beide Städte sind die Weiterentwicklung und Schaffung von Wohnraum ohne Zerstörung unserer letzten Grünflächen, der Erhalt der Platanen mit verstärktem Deichschutz, der Erhalt des Unibades, die Verhinderung von Hochhäusern im Ostertor, eine vernünftige Anbindungen der A281 sowie Sicherheit und Sauberkeit.

Olaf Dinné

Rolf Walczak – Bündnis Grundeinkommen

Ein Mann schaut zur Seite
Bild: Bündnis Grundeinkommen

Geboren: 1948 in Dillenburg (Hessen)

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder, 4 Enkel

Politischer Werdegang: seit Spätherbst 2016 Mitglied im Bündnis Grundeinkommen, Mitgründung des Landesverbands Bremen Anfang 2017, seither Vorstand und Schatzmeister

Beruflicher Werdegang: nach Doppelstudium Psychologie und Lehramt mehr als zehn Jahre im Schuldienst, anschließend freiberufliche Dozententätigkeiten, selbständiger Wirtschaftsberater mit Schwerpunkten Finanzen, Versicherungen und Immobilien, Rentner

Politischer Schwerpunkt: Bildung, Soziales, Bauen

Welches politische Ziel ist ihnen für das Land Bremen wichtig und welche Interessen der Stadt Bremerhaven würden Sie auf Landesebene gern durchsetzen?

Wir brauchen einen grundsätzlichen Wandel in unserer Denkweise hin zu mehr Vertrauen in die Fähigkeiten und Talente der Menschen. Unsere Gesellschaft ist derzeit leider überwiegend auf Misstrauen aufgebaut. Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen schaffen wir den Übergang zu einer Vertrauensgesellschaft, in der die Würde des Einzelnen wieder ganz nach vorn gestellt wird.

Rolf Walczak

Christian Schmidt – Menschliche Welt

Parteimitglied der Partei Menschliche Welt Christian Schmidt.

Geboren: 1982 in Bremerhaven

Familienstand: verheiratet, 2 Kinder

Politischer Werdegang: seit 2016 Mitglied von Menschliche Welt, 2018 zum Vorsitzenden des Landesverbandes Bremen gewählt sowie zum Kandidaten für die Europa- und die Bürgerschaftswahl

Beruflicher Werdegang: 1998-2001 Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten, seitdem als solcher tätig

Politischer Schwerpunkt: Friedensarbeit, wirtschaftliche Dezentralisierung und Gerechtigkeit

Welches politische Ziel ist ihnen für das Land Bremen wichtig und welche Interessen der Stadt Bremerhaven würden Sie auf Landesebene gern durchsetzen?

Unsere politische Arbeit ist auf das Wohl aller Menschen, Tiere und Pflanzen ausgerichtet. Ein wichtiger Aspekt dabei ist unser Bildungssystem. Wir möchten zu einer neuen Bildungskultur beitragen, in der Schulkinder und Studierende mit Freude lernen und ihr wahres Potential entfalten können. Auf der wirtschaftlichen Ebene geht es uns darum, dass wir unabhängig werden, von destruktiven Systemen und Strukturen.

Christian Schmidt

Julia Kreitz – Die Humanisten

Eine Frau schaut in die Kamera
Bild: Die Humanisten

Geboren: 1988 in Bremen

Familienstand: ledig

Politischer Werdegang: seit Oktober 2017 Mitglied der Partei der Humanisten. Seit Gründung des Bremer Landesverbandes im Juni 2018 Landesvorsitzende und Spitzenkandidatin zur Bürgerschaftswahl 2019

Beruflicher Werdegang: seit 2008 angestellt als Sekretärin, 2014-2016 Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin, derzeit Abitur auf dem zweiten Bildungsweg

Politischer Schwerpunkt: Säkularisierung und Bildung 

Welches politische Ziel ist ihnen für das Land Bremen wichtig und welche Interessen der Stadt Bremerhaven würden Sie auf Landesebene gern durchsetzen?

Wir müssen uns die Frage stellen, wie wir in Zukunft zusammenleben wollen. Darunter fallen grundsätzliche Themen, wie die Stärkung der offenen Gesellschaft, die nur durch die Förderung von Liberalität, Egalität, Säkularität und Individualität gelingen kann. Bildung ist dabei der wichtigste Wegbereiter. Ich bin für ein starkes Bremen, das den Menschen in den Mittelpunkt stellt und ihm so viele Entwicklungschancen wie möglich anbietet.

Julia Kreitz

Barbara Kleibor – V-Partei³

Barbara Kleibor, Landespressesprecherin der V-Partei³
Barbara Kleibor, Landespressesprecherin der V-Partei³

Geboren: 1964 in Bremen

Familienstand: geschieden, 2 Söhne

Beruflicher Werdegang: 1985 Ausbildung zur Technischen Zeichnerin, seit 1987 Mutter, 2000-2002 Tischlerlehre, 2013 Abschluss als Lehrerin/Begleiterin für Mensch und Tier von Geburt bis zum letzten Atemzug in Bremen und Umland, seit mehr als 20 Jahren selbstständig tätig und Fachfrau in verschiedenen Bereichen.

Politischer Schwerpunkt: seit jeher im aktiven Einsatz für Menschen- und Tierrechte, für ein ökologisches Gleichgewicht, für Umwelt- und Klimaschutz. Zehn Jahre aktiv als Wahlvorsteherin, nach Gründung des Landesverbands der V-Partei³ im April 2017 erst Pressesprecherin, dann Schriftführerin und jetzt Spitzenkandidatin.

Welches politische Ziel ist ihnen für das Land Bremen wichtig und welche Interessen der Stadt Bremerhaven würden Sie auf Landesebene gern durchsetzen?

Bremen liegt mir sehr am Herzen. Mein Ziel ist es, die Lebensqualität aller in unserem Land zu verbessern. Das bedeutet beste Bildung und Umwelt- und Klimaschutz konsequent und kompromisslos durch zu setzen. Unsere links-ökologische Partei will Ökologie, Solidarität und Friedfertigkeit im Land Bremen wieder mehr Raum geben. Unsere Ziele sind zum Beispiel einen kostenlosen Öffentlichen Nahverkehr einzuführen, um eine emissionsfreie Stadt zu gestalten. Genauso wichtig ist uns eine solidarische, gerechte und multikulturelle Gesellschaft, in der es keinen Platz für extremistische und faschistische Umtriebe geben darf.

Barbara Kleibor

Wir haben die Parteien nach ihren Listennummern auf den Stimmzetteln für die Bürgerschaftswahl sortiert. Die Steckbriefe beruhen auf Angaben der Parteien.

  • Robert Otto-Moog

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 8. März 2019, 9:45 Uhr