Sanierung der Kaiserschleuse beginnt – schon wieder

Die Kaiserschleuse in Bremerhaven muss erneut repariert werden – zum zweiten Mal seit 2011. Nun soll das Bauwerk aber dauerhaft halten.

Die Kaiserschleuse aus der Luft fotografiert. Ein Autofrachter liegt in der Schleuse.
2011 wurde die Bremerhavener Kaiserschleuse erneuert. Schon nach drei Jahren traten erste Probleme auf.

In Bremerhaven ist ab heute erneut die Kaiserschleuse für Schiffe gesperrt. Am Schleusentor sollen jetzt komplett neue Schienen verlegt werden. Bereits vor vier Jahren gab es Bauarbeiten an der Schleuse. Damals konnte jedoch nur eine vorübergehende Lösung erzielt werden.

In den nächsten zwei Wochen sollen die Arbeiten vorbereitet werden – ab Ende dieses Monats wird die Schleuse dann trockengelegt und von innen saniert. Auf dem Grund werden neue Schienen eingebaut. Ende September soll die Kaiserschleuse wieder passierbar sein. Bis dahin müssen Schiffe über die Nordschleuse ausweichen. Die Kosten für die Notreparatur vor vier Jahren und die endgültige Reparatur jetzt betragen rund 24 Millionen Euro.

Großprojekt mit Hindernissen

Damit geht eine Erneuerung mit Hindernissen in eine neue Runde. Von Anfang an hatte das Projekt für Schlagzeilen gesorgt. Der Landesrechnungshof hatte die Auftragsvergabe für das Riesen-Projekt kritisiert, später gab es Kritik, weil die Kosten von 233 auf rund 250 Millionen Euro gestiegen waren.

Vor allem aber lief der Schleusenbetrieb nur drei Jahre rund. 2014 entdeckten Taucher, dass die Schienen, auf denen die 55 Meter langen Schleusentore im Wasser laufen, sich stark verformt hatten. Bremenports-Chef Robert Howe vermutete, dass die Belastung durch den Wasserdruck und das Eigengewicht des Tores auf Schienen und Räder zu groß waren.

Erst Not-Reparatur, nun dauerhafte Lösung

Um den Betrieb der Schleuse wieder starten zu können, entschied sich Bremenports damals zunächst für eine Notreparatur – und ging bewusst das Risiko ein, dass auch diese Lösung nicht ewig hält. 2015 war die Schleuse wieder offen. Die nun beginnenden Arbeiten sollen dauerhaft helfen: Künftig solle "ein langfristig störungsfreier Betrieb der Schleuse garantiert werden", sagte Bremenports-Sprecher Holger Bruns.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 18. Juni 2019, 16 Uhr