Bremerhavens Tourismus-Chef ist von seinem Amt freigestellt worden

  • Tourismus-Chef Kiesbye soll das Potenzial der Hip-Hop-WM in Bremerhaven falsch eingeschätzt haben
  • Jetzt soll sein Vertrag aufgelöst werden
  • Schritt erfolgte nach Angaben von Kiesbye einvernehmlich
Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch.
Tourismus-Chef Raymond Kiesbye muss seinen Schreibtisch jetzt räumen.

Am Dienstag ist die Hip-Hop-Weltmeisterschaft in der Bremerhavener Stadthalle gestartet. Bis zu 7.000 internationale Gäste werden zu dem fünftägigen Tanzwettbewerb in Hip Hop, Breakdance oder Electric Boogie in der Seestadt erwartet. Der Chef der Tourismusfördergesellschaft "Bremerhaven erleben", Raymond Kiesbye, hatte dies im Vorfeld "als touristisch nicht relevant" eingeschätzt. Dafür hatte er Kritik von allen Seiten bekommen. Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) sprach am Dienstag mit den Spitzen der Koalition über das weitere Vorgehen. Über Inhalte des Treffens hatten alle Beteiligte von SPD, CDU und FDP eigentlich Stillschweigen vereinbart. Jetzt bestätigte Raymond Kiesbye buten un binnen: Er ist mit sofortiger Wirkung von seinem Amt freigestellt worden. Er habe sich mit Vertretern der Stadt darauf geeinigt, seinen Vertrag aufzulösen. Zu den Hintergründen wollte Kiesbye sich nicht äußern.

Opposition: Mangelnde Kontrolle durch Aufsichtsrat

Auch aus der Opposition kommt Kritik an Kiesbye, der gleichzeitig Chef der Stadthalle Bremerhaven ist – dem Austragungsort der privat veranstalteten Hip-Hop-WM. "Wir haben hier eine Riesenchance vergeben, Werbung in eigener Sache zu machen", so Michael Labetzke, Sprecher der Fraktion aus Grünen, der Partei und der Piratenpartei. Ebenfalls verärgert ist die CDU-Fraktion: Die Entscheidung, die Hip-Hop-WM nicht mit einem touristischen Rahmenprogramm zu begleiten sei nicht nachvollziehbar. Claudius Kaminiarz, grüner Sprecher im Verfassungs- und Geschäftsordnungsausschuss, nimmt jedoch auch die Regierungsparteien in die Pflicht. So sei die SPD-CDU-FDP-Koalition ihrer Kontrollaufgabe im Aufsichtsrat der städtischen Tochtergesellschaft "Erlebnis Bremerhaven" offensichtlich nicht nachgekommen.

Dieses Thema im Programm: Nachrichten, Bremen Eins, 15. Oktober, 14 Uhr