Bremer Forscher entwickeln "grünes" Kerosin

  • Uni Bremen leitet Entwicklung des umweltfreundlichen Flugzeugtreibstoffs
  • Projekt wird mit 4,2 Millionen Euro vom Bund gefördert
  • Lufthansa plant Nutzung von synthetischem Kerosin am Hamburger Flughafen
Flugzeug der Lufthansa wird betankt
Statt herkämmlichen Kerosin will die Lufthansa in Zukunft in Hamburg so genanntes "grünes" Kerosin tanken. (Symbolbild) Bild: dpa | Stephan Goerlich

Flugzeuge fliegen mit Kerosin. Doch der fossile Treibstoff schadet der Umwelt. Forscher unter Leitung der Universität Bremen entwickeln daher derzeit eine künstliche Alternative: einen "grünen" Treibstoff, der synthetisch aus Wasser und Kohlendioxid mithilfe von Windstrom hergestellt wird. Zum Einsatz kommen soll das umweltfreundlichere Kerosin künftig am Hamburger Flughafen. Eine entsprechende Absichtserklärung haben die Raffinerie Heide (nördlich von Hamburg) und die Deutsche Lufthansa jetzt unterzeichnet.

Bremer Forscher leiten das Verbundprojekt

Neben der Raffinerie und der Luftfahrtgesellschaft sind fünf weitere Partner aus Industrie und Wissenschaft beteiligt. Die Leitung des Verbundprojekts liegt in den Händen des Advanced Energy Systems Institute (AES) im Fachbereich Produktionstechnik der Universität Bremen.

"Insbesondere im Flugverkehr haben strombasierte Kraftstoffe das Potenzial, einen großen Beitrag zur Abkehr von fossilen Kraftstoffen und Einsparung von Treibhausgasemissionen zu leisten", sagte Projektleiter Timo Wassermann von der Universität Bremen im Sommer 2018, als das Projekt erstmals öffentlich wurde. Schließlich sei der Einsatz alternativer Antriebstechnologien, die ohne kohlenwasserstoffbasierte Kraftstoffe auskämen, in der Luftfahrt noch nicht absehbar.

Technik ermöglicht geschlossenen CO2-Kreislauf

Da für die Produktion des "grünen" Kerosins Strom aus erneuerbaren Energien eingesetzt und das benötigte Kohlenstoffdioxid der Atmosphäre entnommen wird, entsteht praktisch ein geschlossener CO2-Kreislauf. Von diesem Potenzial ist auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie überzeugt. Es fördert das Projekt bis 2021 mit 4,2 Millionen Euro.

Doch auch Hamburgs Flughafen-Chef Michael Eggenschwiler zeigt sich angesichts der Lufthansa-Pläne zufrieden: "Wir stellen konsequent um auf alternative Energien, wo wir können." Die Nutzung regenerativer Treibstoffe für Flugzeuge sei dabei ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.

  • Kristian Klooß

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 15. Februar 2019, 19:30 Uhr