Grüne auch in Bremen im Aufwind – das steckt dahinter

Erfolge bei zwei Landtagswahlen, stetig steigende Umfragewerte – die Grünen sind die Partei der Stunde. Ein Politikwissenschaftler erklärt den Aufwärtstrend.

Drei Politiker der Grünen vorm Parteilogo.

Die Grünen schwimmen auf der Erfolgswelle: Große Erfolge mit deutlichen Zugewinnen konnte die Partei bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen verbuchen. Auch in Bremen gewinnen die Grünen an Zustimmung. In entsprechenden Umfragen haben sie sich innerhalb weniger Monate von 14 auf zuletzt 20 Prozent verbessert.

Politikwissenschaftler Lothar Probst setzt sich seit Jahrzehnten mit der Entwicklung von Parteien auseinander und beoachtet den Erfolg der Grünen genau. "Die Grünen haben sich unter ihrer neuen Führung, Robert Habeck und Annalena Baerbock, weiter entidiologisiert, sie sind weiter in die Mitte gerückt im Parteiensystem", sagt Probst. Die Partei würde vieles richtig machen, Optimismus verbreiten und sich auf ihr Kernthema Ökologie konzentrieren. Aufmerksamkeit für "grüne Themen" gab es zuletzt reichlich, beispielsweise durch den heißen Sommer oder die Diskussion um den Erhalt des Hambacher Forstes.

Die Grünen sind in ihren Anfängen angetreten mit der Parole "Nicht links, nicht rechts, sondern vorn" – das ist eine sehr gute Zustandsbeschreibung der Grünen im Moment.

Lothar Probst
Lothar Probst, Parteienforscher

Von dieser Aufmerksamkeit profitieren offenbar auch die Bremer Grünen. Denn auch hier sind Themen, die vor allem den Grünen zugeordnet werden, sehr präsent. Probst nennt als Beispiele den in Bremen immer beliebter werdenden Fahrradverkehr und die Debatte um saubere Luft in den Städten. "Das sind Themen, die den Grünen entgegenkommen", sagt Probst.

Auch personell herrscht Aufbruchsstimmung bei den Grünen. Im Bund stehen mit Annalena Baerbock und Robert Habeck zwei unideologische Sympathieträger an der Spitze der Partei – auch das macht die Partei für neue Wähler attraktiver. Auch in Bremen fand ein Generationenwechsel statt. Karoline Linnert, Finanzsenatorin und lange das Gesicht der Partei, hört auf. Bei der Bürgerschaftswahl im Mai wird Maike Schäfer als neue Spitzenkandidatin antreten.

Ob die derzeitige Euphorie-Welle die Bremer Grünen bis zur Bürgerschaftswahl trägt, stellt sich am 26. Mai 2019 heraus – dann wird in Bremen gewählt.

  • Torben Ostermann

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 3. November 2018, 19:30 Uhr