Verteidigungsministerium will Gorch-Fock-Entscheidung anfechten

  • Verteidigungsministerium will vertragsgerechtes Ausdocken der Gorch Fock erreichen
  • Bredo-Werft darf Schiff vorerst als Pfand behalten
  • Oberlandesgericht Bremen muss jetzt entscheiden
Die Gorch Fock in einem Trockendock in Bremerhaven.
Sollte es bis Freitag keine Einigung zwischen Bredo und dem Verteidigungsministerium geben, will die Werft die Gorch Fock einbehalten.


Im Streit über die Ausdockung der "Gorch Fock" will das Bundesverteidigungsministerium vor das Oberlandesgericht Bremen ziehen. Das bestätigte das Haus von Ministerin von der Leyen buten un binnen. Gestern hatte das Landgericht Bremen entschieden, dass die Bredo Werft in Bremerhaven das Schiff vorerst als Pfand behalten darf. Diese Entscheidung will das Verteidigungsministerium kippen.

Als Eigentümer des Schiffes werde man weiterhin alles daran setzen, dass die Gorch Fock vertragsgerecht ausgedockt werden kann, so ein Sprecher zu buten un binnen. Das Verteidigungsministerium sieht sich nicht gezwungen, die Forderungen der Bredo-Werft zu erfüllen, weil es kein direktes Vertragsverhältnis mit der Werft gebe, erklärte der Sprecher. Ein Vertrag bestehe nur mit der inzwischen insolventen Elsflether Werft. 

"Dass der Bund diesen Weg beschreitet, damit war leider zu rechnen", sagte Bredo-Geschäftsführer Dirk Harms. "Unabhängig davon sind wir weiterhin bestrebt, eine außergerichtliche Einigung zu erzielen, um die Gorch Fock am 21. Juni termingerecht ausdocken zu können."

Werft fordert 5,1 Millionen Euro vom Bund

Das Bremer Landgericht hatte es am Dienstag abgelehnt, eine einstweilige Verfügung gegen die Bredo-Werft in Bremerhaven zu erlassen. Die Werft hatte angekündigt, das Schiff am Freitag nur zu Wasser zu lassen, wenn der Bund 5,1 Millionen Euro bezahlt. Andernfalls will sie den Traditionssegler als Pfand in ihrem Dock behalten. Dort wird sie im Auftrag der Elsflether Werft neu aufgebaut.

Bevor sich das Oberlandesgericht mit dem Streitfall beschäftigen kann, muss zunächst das Landgericht seine Entscheidung von gestern überprüfen, so ein Sprecher des Oberlandesgerichts. Wie lange das dauern wird, lässt sich zurzeit nicht absehen.

Dieses Thema im Programm: Nachrichten, Bremen Eins, 19. Juni 2019, 14:00 Uhr