6 Fakten: So steht Bremens Airport im Deutschland-Vergleich da

Seit rund 100 Tagen ist Bremens neuer Flughafenchef im Amt. Wir zeigen, was das Besondere am Bremer Standort ist, und Elmar Kleinert verrät, wie es mit Ryanair weitergeht.

Ein Flugzeug von Ryanair auf dem Rollfeld

Elmar Kleinert hat einiges auf seiner To-Do-Liste, seit er am 1. Juli 2018 das Amt des Flughafenchefs in Bremen angetreten hat. Neben einem Investitionsstau von bis zu 70 Millionen Euro muss Kleinert auch mit dem Schließen der Ryanair-Basis in Bremen zurechtkommen. Das heißt, das Personal und die Ryanairflugzeuge werden abgezogen, nicht aber die Verbindungen, so Kleinert. "Den Stand, den wir haben, ist ganz klar der, dass die Flüge bleiben. Ryanair plant langfristig mit dem Standort Bremen, und es ist nicht ausgeschlossen, dass nicht langfristig wieder eine Crewbase in Bremen installiert wird", erklärt er im buten un binnen-Interview.

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1 1913 gegründet: So alt wie (fast) kein anderer

Der Beginn der Bremer Luftfahrt geht auf die Gründung des Bremer Vereins für Luftschifffahrt im Jahr 1909 zurück. Dieser nannte sich jedoch schon bald in Verein für Luftfahrt um, setzte auch auf Flugzeuge und und trieb die Errichtung eines Flughafens voran. Der wurde dann im Jahr 1913 errichtet. Damit ist er heute der zweitälteste internationale Flughafen Deutschlands. Nur in Hamburg waren die Luftfahrtpioniere noch zwei Jahre schneller.

2 25 Flugziele: Ein Traum für Städtereisende

Seither hat sich der Bremer Airport vor allem aus Sicht von Touristen positiv entwickelt. 25 Ziele wurden 2017 von Bremen aus angeflogen. So starteten allein 670 Flüge nach Palma de Mallorca, je 130 nach Dublin und Lissabon und 104 ins litauische Vilnius. Jeweils gut 1.700 Maschinen flogen zu den deutschen Drehkreuzen München und Frankfurt, 1.181 nach Amsterdam.

3 2,54 Millionen: So viele Passagiere wurden abgefertigt

Mit Deutschlands größtem Flughafen Frankfurt, an dem im vergangenen Kalenderjahr 64,5 Millionen Passagiere abgefertigt wurden, kann Bremen zwar nicht mithalten. Doch aus der Hansestadt starteten und landeten 2017 immerhin rund 2,54 Millionen Passagiere – Rang 11 unter Deutschlands Flughäfen. Auf Platz 12 liegt Leipzig/Halle mit 2,37 Millionen, auf Platz 10 Nürnberg mit 4,19 Millionen.

4 647 Tonnen: Ein Frachtflughafen ist Bremen nicht

Einen bedeutsamem Frachtflughafen hat die Hafenstadt hingegen nicht. Nur 647 Tonnen wurden 2017 per Flugzeug von und nach Bremen transportiert – Luftpost ist da schon inklusive. Damit landen die Bremer nur auf Rang 19 aller deutschen Airports. Selbst über die Regionalflughäfen Kassel-Calden, Karlsruhe/Baden-Baden und Neubrandenburg wurde im vergangenen Jahr mehr verfrachtet. Zum Vergleich: Frankfurt am Main steht für 2,23 Millionen Tonnen, gefolgt von Leipzig/Halle mit 1,14 Millionen.

5 2.040 Meter: Bremen hat die kürzeste Piste

Daran dürfte sich wenig ändern. Denn dafür bräuchte es auch entsprechende Infrastruktur – zum Beispiel geeignete Landebahnen. In Frankfurt und München sind diese bis zu vier Kilometer lang. An Großflughäfen wie Köln/Bonn, Hamburg, Leipzig/Halle und Berlin-Schönefeld mindestens 3,6 Kilometer. Bremen hingegen teilt sich unter den internationalen Airports in Deutschland den Titel der kürzesten Piste mit Saarbrücken. Piloten, die beim Starten und Landen in der Hansestadt mit 2.040 Metern nicht auskommen, haben ein Problem.

6 Einer von fünf: Bremens Airport trägt einen bekannten Namen

Seit dem 29. November 2017 heißt Bremens Flughafen "Bremen Airport Hans Koschnick". Der Namenszusatz soll an den ehemaligen Bremer Bürgermeister erinnern, der nach dem Bosnienkrieg in den 1990er Jahren als Beauftragter der Bundesregierung den Wiederaufbau der zerstörten Gebiete in Bosnien und Herzegowina koordinierte. Nur vier andere deutsche Flughäfen haben entsprechende Namenspaten: der Hamburg Airport Helmut Schmidt, der Flughafen Köln/Bonn Konrad Adenauer, der Flughafen Nürnberg Albrecht Dürer und der Flughafen München Franz Josef Strauß.

  • Kristian Klooß

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 21. Oktober 2018, 19.30 Uhr