Infografik

2 E-Scooter-Verleiher in den Startlöchern: Bremen stellt Bedingungen

  • Verleiher "Voi" und "Tier" wollen nach Bremen kommen
  • Bremen macht Vorgaben bei den Arbeitsbedingungen
  • Start der Angebote noch unklar
E-Scooter der Marke Voi stehen am Straßenrand
Der schwedische Anbieter "Voi" will bald auch in Bremen E-Scooter verleihen. Bild: Imago | Chris Emil Janßen

Aktuell wollen zwei Verleiher von E-Scootern nach Bremen kommen: "Im Moment haben Tier und Voi einen Antrag gestellt", sagt Jens Tittmann, Sprecher des Verkehrsressorts buten un binnen. Es gehe dabei um bis zu 500 Roller pro Anbieter. Zuerst hatte der Weserreport darüber berichtet.

Zuletzt hatte es Diskussion um die Arbeitsbedingungen bei E-Scooter-Verleihern gegeben. In dem Zuge seien die Entwürfe der Sondernutzungsgenehmigungen um arbeitsrechtliche Bestimmungen ergänzt worden, sagte Tittmann. Es sei das Ziel, dass die Mitarbeiter auf Arbeitnehmerbasis beschäftigt werden und den Mindestlohn bekommen. Das bestätigte die Bremer Innenbehörde auf Anfrage von buten un binnen.

Ziel ist es, dass nur Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer für das Aufsammeln, Aufladen, Instandhalten und Aufstellen der E-Scooter eingesetzt werden. Es soll auch gewährleistet werden, dass arbeitsrechtliche oder sozialrechtliche Bestimmungen wie Vorgaben des Mindestlohngesetzes und sozialrechtliche Vorgaben bezüglich der Sozialversicherungspflicht eingehalten werden.

Pressesprecherin Senator für Inneres

Anbieter mit Bestimmungen offenbar einverstanden

Mit den Entwürfen wolle die Behörde nun an die beiden Anbieter herantreten. "Voi" und "Tier" hätten bereits signalisiert, dass sie mit den Ergänzungen keine Probleme hätten, sagte Tittmann. "Unterschrieben ist aber noch nichts."

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"Voi" will den Start in Bremen vorsichtig angehen und zunächst mit "einer kleinen Flotte von 50 bis einigen hundert E-Scootern" starten, sagte Claus Unterkircher, Manager für den deutschsprachigen Raum. Je nach Bedarf soll das Angebot in Absprache mit der Stadt angepasst werden. Einen konkreten Termin für den Start des Angebots konnte Unterkircher nicht nennen. "Derzeit stehen wir noch in einem Dialog mit der Stadt und werden, sobald wir hier auf beiden Seiten grünes Licht haben, die ersten Elektrotretroller anbieten."

"Tier" macht Expansion auch von Regulierungen abhängig

Auch "Tier" gibt auf Anfrage von butenunbinnen.de lediglich an, Expansionsmöglichkeiten in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern in Deutschland zu prüfen. "Die städtische Infrastruktur, die Schnittmenge zwischen Anbieter und Stadt beim Regulierungsrahmen oder mögliche Kooperationen mit lokalen Verkehrsverbänden spielen bei der Entscheidung für eine Expansion in eine neue Stadt eine Rolle", sagt Unternehmenssprecher David Krebs. Zu einem konkreten Start werde sich das Unternehmen erst äußern, wenn es tatsächlich losgehe, so der Sprecher.

E-Scooter kommen nach Bremen: Diese Regeln müssen beachtet werden

Ein geparkter E-Scooter auf einem Gehweg. Im Hintergund Fußgänger.

Eigentlich wollte auch der Anbieter "Lime" E-Scooter in Bremen auf die Straße bringen. Anfang Oktober verschob das US-Unternehmen den Start. "Lime" kritisierte in dem Zuge die Deckelung auf 500 Roller pro Anbieter. In Bremen werde man nicht vor dem Frühjahr 2020 aktiv werden, teilte das Unternehmen mit. Stattdessen sollte der Ausbau in zwei süddeutschen Städten vorangetrieben werden.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 12. November 2019, 23:30 Uhr