Datenschutzbeauftragte warnt vor offenen Gästelisten

  • Bremer Datenschutzbeauftragte kritisiert Umgang mit Gästelisten in Restaurants
  • Mehrere Beschwerden durch Bürger über Umgang von Wirten mit Daten
  • Rechtlich gelten nur Einzelformulare als gangbarer Weg
Zwei Frauen sitzen an einem Tisch und sprechen mit dem Kellner, der einen Mundschutz trägt
Wer im Restaurant zu Gast war, muss in Zeiten von Corona nur das Gesundheitsamt wissen.

Der Umgang mit Gästelisten, die wegen Corona in Restaurants geführt werden müssen, stößt in Bremen auf Kritik. So gingen bei der Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit, Imke Sommer, in den vergangenen Tagen zahlreiche Beschwerden darüber ein, dass Gastwirte Listen mit Gästedaten auslegen oder in den Gaststätten herumgehen ließen, anstatt die Daten für jeden Gast einzeln zu erfassen.

Sommer hält einen solchen Umgang mit Daten für unrechtmäßig. "Offene Listen sind verboten", teilt die Datenschützerin mit. Denn so könnten nicht nur das Gesundheitsamt, sondern auch andere Gäste Namen, Mailadresse oder Telefonnummer und Verweildauer von Mitgästen erkennen.

Für jeden Gast ein Formular

Dennoch seien Wirte laut Corona-Verordnung weiterhin verpflichtet, Namen und Telefonnummer oder Namen und E-Mail-Adresse der Gäste zu dokumentieren und diese drei Wochen lang aufzubewahren. Denn Zweck der Dokumentation sei die Infektionskettenverfolgung.

Dafür müsse es laut Sommer jedoch für jeden einzelnen erwachsenen Gast ein eigenes Formular geben. Alternativ könne auch jeder Gast einzeln befragt und dann die Antworten notiert werden. "Mit rechtmäßigen Einzelformularen beim Gaststättenbesuch haben Werder-Spieler, aber auch wir anderen, auch in Corona-Zeiten gute Chancen darauf, dass wir es selbst in der Hand behalten, an welche Personen wir unsere Handynummer weitergeben und an welche nicht", so Sommer.

So funktioniert die Registrierungspflicht in Bremer Restaurants

Video vom 27. Mai 2020
Auf einem Blatt steht "Gästeregistrierung", daneben liegt ein Stift.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 2. Juni 2020, 23:30 Uhr