Infografik

Enttäuschung, Freude, Spannung – die Bürgerschaftswahl 2015

Ein beliebter Spitzenkandidat – und doch ist die SPD schwach wie nie. Die FDP ist drin, auch die AfD kommt über 5 Prozent. Ein Rückblick, der an alte Gefühle erinnert.

Jens Böhrnsen gestikuliert am 10.05.2015 in Bremen nach den ersten Wahlprognosen bei einer Rede vor Parteifreunden
Gedämpfte Freude: Jens Böhrnsen trat nach der Bürgerschaftswahl 2015 ab. Bild: DPA | Jochen Lübke

So schlecht wie 2015 hat die SPD noch nie bei einer Bremer Bürgerschaftswahl abgeschnitten. Doch trotz Verlusten von 5,8 Prozentpunkten bleiben die Sozialdemokraten mit 32, 8 Prozent der Wählerstimmen die stärkste Kraft im Land. Ihr Koalitionspartner, die Grünen, verliert gegenüber 2011 sogar noch mehr: 7, 4 Prozent. Damit erreichen die Grünen lediglich 15, 1 Prozent. Die CDU, die 2 Prozent gewinnt, wird mit 22, 4 Prozent wieder zweitstärkste Partei.

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Rekordgewinne verzeichnen die Linken. Mit 9, 5 Prozent erzielen sie ihr bislang bestes Ergebnis in Bremen. Auch die FDP legt kräftig zu, zieht mit 6, 6 Prozent wieder in die Bürgerschaft ein. Der AfD kommt auf 5, 5 Prozent und ist damals ebenfalls in der Bürgerschaft vertreten.

Die Wahlbeteiligung ist mit 50, 2 Prozent der Bremer Wahlberechtigten so niedrig wie nie zuvor.

Regierungschef Jens Böhrnsen zieht persönliche Konsequenzen aus dem schlechten Abschneiden seiner SPD und tritt zurück. Von nun an führt Carsten Sieling als Präsident des Senats die rot-grüne Bremer Landesregierung.

Beliebter Spitzenkandidat – zu wenig für die SPD

Befragungen von Infratest Dimap zufolge haben sich die Bremer Wähler bei der letzten Bürgerschaftswahl vor allem aufgrund des Wahlprogramms für oder gegen eine Partei entschieden. Den Spitzenkandidaten der Parteien dagegen fällt 2015 eine untergeordnete Rolle zu, sie sind lediglich für jeden sechsten Wähler entscheidend.

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Am besten im Ranking der Spitzenkandidaten schneidet Jens Böhrnsen ab: Etwa jeder vierte SPD-Wähler gibt an, die Sozialdemokraten seinetwegen gewählt zu haben. Zum Vergleich: Unter den CDU-Wählern haben nur 13 Prozent wegen der Spitzenkandidatin Elisabeth Motschmann für die Christdemokraten gestimmt.

Abwärtstrend der Volksparteien setzt sich fort

Wie immer seit 1946 bleibt Bremen auch nach der Bürgerschaftswahl 2015 ein SPD-regiertes Land. Konnten die Sozialdemokraten aber bis 1987 stets absolute Mehrheiten gewinnen, so hat die Partei seither erheblich an Zuspruch verloren. Zwar gewinnt die oppositionelle CDU gegenüber 2011 leicht hinzu und ist mit 22, 4 Prozent wieder die zweitstärkste Partei in Bremen. Den bundesweiten, seit Jahrzehnten zu beobachtenden Abwärtstrend der Volksparteien können die Bremer Christdemokraten jedoch nicht stoppen.

Zusammen mit der SPD kommt die CDU auf 55, 2 Prozent der Stimmen. Das ist der niedrigste Wert seit 1951, den die Volksparteien bei Bremer Bürgerschaftswahlen erzielt haben.

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  • Alexander Schnackenburg

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 8. März 2019, 7:20 Uhr