Interview

Sieling zum Digitalpakt: "Ab Sommer kann das Geld fließen"

Bund und Länder haben den Weg für den Digitalpakt freigemacht. Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) erklärt, was jetzt an Bremens Schulen passieren muss.

Bremens Bürgermeister Carsten Sieling sitzt an einem Mikrofon und spricht
Zufrieden: Bremens Bürgermeister ist froh, dass sich Bund und Länder auf den Digitalpakt geeinigt haben. (Archivbild) Bild: DPA | Carmen Jaspersen
Herr Sieling, was bedeutet die Einigung für Bremen?
Das bedeutet, dass Bremen knapp zehn Millionen Euro mehr pro Jahr bekommt, die zusätzlich in die Bildung fließen. Das Geld aus dem Digitalpakt soll fünf Jahre lang kommen, insgesamt bekommt Bremen also 50 Millionen Euro mehr für die Digitalisierung der Schulen.
Wann kommt das Geld in den Schulen an?
Am Mittwochabend haben sich Bund und Länder auf die Grundgesetzänderung geeinigt. Schon am heutigen Donnerstag entscheidet der Bundestag darüber. Wenn er die Gesetzesänderung beschließt, landet der Digitalpakt im März wieder beim Bundesrat und dann kann es im Sommer losgehen, sodass die Verbesserungen in den Schulen im neuen Schuljahr spürbar sein werden.
Müssen die Schulen Rechenschaft über die Verwendung des Geldes ablegen?
Den Schulen soll nichts vorgeschrieben werden. Das Geld wird vom Bildungsressort verwaltet, und die Schulen können wie aus einem Warenkorb Dinge bestellen. Ganz so, wie sie es eben brauchen. Die Schulen müssen dann schon nachweisen, dass sie das Geld nicht für Fußbälle verwenden – wir wollen da aber keine große Bürokratie aufbauen.
Wer entscheidet, welche Schule wie viel Geld bekommt?
Das Bildungsressort wird anbieten, was man an Infrastruktur nehmen kann – die Schule kann dann je nach ihrem Bedarf und ihrer Strategie Dinge bestellen. Das Budget wird sicherlich begrenzt sein, weil wir ja sehen müssen, dass wir möglichst viele Schulen erreichen. Die Schulen entscheiden aber selbst, was sie bestellen.
Sind die Lehrer ausreichend vorbereitet und ausgebildet?
Entscheidend wird sein, dass sich das Lernen in den Schulen verändert. Die alte Methode, dass da vorne jemand steht und etwas erzählt, was für die Weisheit gehalten wird, die ist zu Ende. Die Schülerinnen und Schüler können sich jede Information nehmen und damit wird Unterricht ganz neu. Die große Aufgabe ist also, neue pädagogischen Konzepte zu erstellen. Das betrifft ja aber nicht Bremen allein. Da sind Bund und Länder gemeinsam in der Pflicht.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Morgen, 21. Februar 2019, 7:47 Uhr