Bremen will sich Vorkaufsrecht für Hachez-Gelände sichern

  • Baudeputation kommt nächste Woche zu einer Sondersitzung zusammen
  • Entsprechendes Gesetzt soll auf den Weg gebracht werden
  • Hachez stellt die Schokoladenproduktion in Bremen nach 127 Jahren ein
Hachez
Was passiert in Zukunft auf dem Hachez-Gelände in der Bremer Neustadt? Bei dieser Frage will die Stadt mitreden können.

Die Stadt Bremen will sich ein Vorkaufsrecht auf das Hachez-Gelände in der Bremer Neustadt sichern. Das hat jetzt die Senatorin für Stadtentwicklung, Maike Schaefer (Grüne), angekündigt. Der Senat will wieder mehr Einfluss darauf haben, was auf frei werdenden Grundstücken in den Stadtteilen gebaut wird. Das kann die Stadt Bremen aber nur, wenn sie selbst Zugriff auf das Gelände hat. Senatorin Maike Schaefer hält auf dem Grundstück der Schokoladen-Fabrik unter anderem Wohnungen, Kultureinrichtungen und eventuell ein Bürgerzentrum für denkbar.

Auch der Neustädter Beirat hatte bereits ähnliches gefordert. Die Deputation für Stadtentwicklung soll kommende Woche das nötige Gesetz für ein Vorkaufsrecht beschließen. Dann will der Senat durchrechnen, wieviel der Kauf und die Entwicklung der Fläche an der Westerstraße kosten könnten.

127 Jahre Tradition gehen zu Ende

Der dänische Mutterkonzern Toms hatte vergangenes Jahr angekündigt, dass die Schokoladen-Produktion aus Kostengründen von Bremen nach Polen verlagert wird. Hachez hatte zuletzt Verluste in zweistelliger Millionenhöhe gemacht. Die ersten Maschinen werden voraussichtlich noch in diesem Jahr an die neue Produktionsstätte gebracht. Ab dem kommenden Frühjahr will Hachez seine Schokolade dann in Polen herstellen.

Seit 127 Jahren macht Hachez in Bremen Schokolade. Die noch 133 Jobs in der Produktion fallen ab 2020 weg, wenn die Fertigung nach Polen wandert. Wann genau das Hachez-Werk in der Westerstraße schließt, das will die Geschäftsleitung in den kommenden Wochen bekannt geben. In der Hansestadt verbleiben dann noch rund 80 Mitarbeiter, die in einer Vertriebsgesellschaft die Marken Hachez und Feodora sowie die dänische Marke Anthon Berg von Bremen aus führen.

Hachez-Unternehmen: Der Sozialplan ist unterschrieben

Das Hachez und Feodora Gebäude von außen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 18. September 2019, 16 Uhr