Bauboom flaut in Bremen langsam ab

  • 2018 wurden fast 12 Prozent mehr Wohnungen fertiggestellt als 2017
  • Die Anzahl der Baugenehmigungen geht aber zurück
  • Bausenator Lohse warnt vor "Spekulationsobjekten"
Die Bremer Überseestadt von oben.
Vor allem in der Bremer Überseestadt ist viel neuer Wohnraum entstanden.

Im Land Bremen sind im vergangenen Jahr 2.090 Wohnungen fertiggestellt worden. Das sind fast 12 Prozent mehr als im Jahr davor. Allerdings wird sich der Bauboom verlangsamen. Denn die Zahl der Baugenehmigungen ist deutlich zurückgegangen– um neun Prozent in Bremen auf 2.270 und um 58 Prozent in Bremerhaven auf 195. In der Stadt Bremen entstehen die meisten Wohnungen in den Ortsteilen Überseestadt, Oberneuland und Horn-Lehe. Für Bremerhaven liegen dazu keine Zahlen vor.

Das Bauressort sieht die Zahlen für die Stadt Bremen weiterhin auf einem "hohen Niveau", wie aus einer Mitteilung hervorgeht. "Sorge bereitet mir aber der Rückgang der Anträge: Erstmals seit fünf Jahren wurden weniger als 2.000 Wohneinheiten neu beantragt, obwohl genügend baufertige Flächen vorhanden sind“, teilte Senator Joachim Lohse mit.

Genehmigungen ja, fertige Häuser nein

Es gebe darüber hinaus auch eine Lücke zwischen genehmigten Bauvorhaben und fertigen Häusern: Seit 2014 seien 10.607 Wohneinheiten genehmigt worden – von denen aber nur 7.682 fertig seien. "Es rollen also noch mehrere tausend Wohnungen, die derzeit im Bau sind, auf den Markt zu. Das heißt, der Engpass liegt nicht etwa bei der Tätigkeit der Baubehörde, sondern bei den Bauunternehmen", so Lohse. Es sei verständlich, dass es wegen des Baubooms zu Verzögerungen kommen könne.

Ich möchte aber auch deutlich darauf hinweisen, dass es eine reale Gefahr gibt, dass Grundstücke, für die wir Baugenehmigungen erteilt haben, zu Spekulationsobjekten werden.

Joachim Lohse, Bausenator

Das müsse verhindert werden, auch um Unternehmen zu schützen, die unter schwierigen Marktbedingungen weiterhin für neuen Wohnraum sorgen, teilte der Bausenator mit.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 24. Juni 2019, 20 Uhr