Bremen besetzt im Ländervergleich viele Lehrstellen

  • Uni Göttingen hat offene Stellen und Bewerberzahlen seit 2009 verglichen
  • Bei der Zahl unvermittelter Bewerber liegt Bremen 2018 im Mittelfeld
  • Zahl unbesetzter Lehrstellen von 2009 bis 2018 deutschlandweit verdreifacht
Ein Auszubildender zum Industriemechaniker prüft mittels einer Schieblehre das Maß des von ihm angefertigten Werkstücks.
Ein Industriemechanik-Azubi prüft das Maß eines Werkstücks. Bild: DPA | Stephan Goerlich/Imagebroker

Die Zahl der unbesetzten Lehrstellen hat sich im Vergleich zu 2009 mehr als verdreifacht. Das hat ein Bundesländervergleich der Uni Göttingen und des Soziologische Forschungsinstitut in Göttingen im Auftrag der Bertelsmann Stiftung ergeben. Der Studie zufolge ist die Entwicklung in Bremen jedoch weniger drastisch als in anderen Bundesländern.

So stieg der Anteil unbesetzter Stellen in Bremen von 2009 auf 2018 zwar von 3,9 auf 5,6 Prozent – aber nur in Hamburg liegt die Quote derzeit niedriger (4,6 Prozent). Das ist deutlich besser als im Bundesschnitt, wo 2018 9,8 Prozent der Ausbildungsstellen unbesetzt blieben. Besonders große Probleme haben die Flächenländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Bayern. Hier lag die Quote der unbesetzten Lehrstellen sogar deutlich über 14 Prozent.

Schaut man auf die Bewerber, die keine Lehrstelle gefunden oder angenommen haben, belegt Bremen im Ländervergleich einen Mittelfeldplatz. Die Quote hat sich von 2009 auf 2018 sogar leicht verbessert (13,4 Prozent auf 13,2 Prozent). Im deutschlandweiten Schnitt wurden 2018 laut Studie 12,9 Prozent der Bewerber nicht vermittelt. Schlusslicht ist hier Berlin mit 22 Prozent.

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Mangelnde Eignung ein Grund für Ablehnungen

Dafür, dass Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, nennen die Forscher verschiedene Ursachen. So gebe es bei knapp der Hälfte der unbesetzten Stellen (44 Prozent) zwar interessierte Jugendliche, aber die Betriebe hielten sie nicht für geeignet und lehnten sie ab. Es könne jedoch auch vorkommen, dass sich die Bewerber selbst gegen den Betrieb entschieden. Diese Schwierigkeiten treten den Forschern zufolge vor allem in Stadtstaaten wie Bremen, Berlin und Hamburg auf.

Etwa jede dritte offene Stelle (34 Prozent) kann der Studie zufolge nicht besetzt werden, weil es keine Bewerber dafür gibt. Darunter leiden beispielsweise das Lebensmittelhandwerk, das Hotel- und Gastronomiegewerbe sowie Reinigungsberufe.

Bei 23 Prozent der Fälle scheitert die Ausbildungsplatzsuche letztlich daran, dass Bewerber und Ausbildungsbetriebe sich in unterschiedlichen Regionen des jeweiligen Bundeslandes befinden. Davon seien Stadtstaaten wie Bremen allerdings kaum betroffen. Dies sei vor allem in Flächenstaaten wie Sachsen und Bayern ein Problem.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 18. September 2019, 23:30 Uhr