CDU-Chefin warnt im Wahlkampf in Bremen vor Selbstsicherheit

  • Kramp-Karrenbauer: Wahlergebnis steht erst am Sonntagabend fest
  • Wahlkampf-Hilfe für Meyer-Heder in Bremen und Bremerhaven
  • Klimaschutz müsse Rücksicht auf Wirtschaft und Soziales nehmen
Annegret Kramp-Karrenbauer im Interview.

Die Bundesvorsitzende der CDU, Annegret Kramp Karrenbauer, warnt ihre Parteifreunde im Wahlkampf in Bremen vor zu großer Selbstsicherheit. Zwar seien die letzten Umfragewerte mit Blick auf die Bürgerschaftswahl am kommenden Sonntag gut für die Christdemokraten. Allerdings stehe das Ergebnis erst am Sonntagabend um 18 Uhr fest.

Kramp-Karrenbauer hat die etwa 300 Zuhörer auf dem Bremer Marktpatz darauf eingeschworen, die letzten fünf Tage vor der Wahl zu nutzen, um weitere Wähler für die CDU zu gewinnen. Erneut kritisierte sie die Absage der Bremer Sozialdemokraten an eine mögliche große Koalition. Das sei die Arroganz der Macht, sagte die CDU-Bundesvorsitzende. Nach mehr als 70 Jahren werde es Zeit für einen Machtwechsel in Bremen. Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder sei bereit und der Richtige für das Bürgermeisteramt. Sein nicht immer geradliniger Lebensweg mache ihn für viele Menschen glaubwürdig.

Meyer-Heder zeigte während seiner Rede auf das Rathaus und rief: "Da ist mein Büro!" Die CDU stehe schon auf der Schwelle, dort einzuziehen. Der SPD glaube ohnehin niemand mehr, die Probleme des Landes lösen zu können. Er, Meyer-Heder dagegen, werde neuen Schwung ins Rathaus bringen.

Klimaschutz müsse Rücksicht auf Wirtschaft und Soziales nehmen

Auch in Bremerhaven ist Kramp-Karrenbauer zusammen mit Carsten Meyer-Heder aufgetreten. Sie besuchten das Klimahaus. Dort sagte die CDU-Bundesvorsitzende, ihre Partei bekenne sich zu den Klimaschutzzielen. Allerdings dürfe man Klimaschutz nicht als "unkontrollierten Strukturbruch" umsetzen, durch den Arbeitsplätze unkontrolliert wegbrechen. Sie wolle eine Klimapolitik, die Rücksicht auf Wirtschaft und Soziales nimmt. Die Union stehe zum Pariser Klimaschutzabkommen, bekräftigte Kramp-Karrenbauer im Klimahaus in Bremerhaven. Vor der Bürgerschaftswahl in Bremen am Sonntag hatte die CDU dorthin zu einer Wahlveranstaltung eingeladen. Die Ziele des Abkommens sollten erreicht werden, aber "in einer vertretbaren Art und Weise", sagte die Parteichefin.

Es muss auch sozial gerecht und sozial ausgewogen zugehen.

CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer in Bremerhaven zum Klimaschutz
Annegret Kramp-Karrenbauer
Will den Klimaschutz "vertretbar" umsetzen: CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer in Bremerhaven.

Die CDU wolle das Klima schützen und neue Arbeitsplätze durch erneuerbare Energien schaffen. Zugleich wolle die Partei sich um diejenigen kümmern, deren Jobs durch diesen Wandel bedroht seien. "Man kann nicht einfach den Menschen etwas überstülpen", sagte Kramp-Karrenbauer. Es sei sinnvoll, den Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) über den Preis zu steuern. Doch eine solche Steuer dürfe beispielsweise nicht bedürftige Besitzer alter Häuser oder Autos treffen.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 21. Mai 2019, 19.30 Uhr