Tag der Gewissheit bei Airbus: Wie viele Stellen in Bremen fallen weg?

  • Heute wird bekannt, wie sehr Bremen vom Stellenabbau betroffen ist
  • In Deutschland sollen bei Airbus 5.100 und bei Premium Aerotec 900 Stellen wegfallen
  • Wirtschafssenatorin Vogt ist verhalten optimistisch
Ein Mann arbeitet im Bremer Airbus Werk.
Wie viele Stellen im Bremer Airbus-Werk abgebaut werden, ist noch unklar. Bild: Imago | Hans Blossey

Die Luft- und Raumfahrtbranche ist von der Corona-Krise hart getroffen – weniger Fluggäste, Airlines nehmen georderte Flugzeuge nicht ab. Stark zu spüren bekommt die Krise also auch der Flugzeugbauer Airbus – mit seinem Werk in Bremen. Jetzt soll die Produktion um 40 Prozent reduziert werden, kündigte der Konzern an.

Weltweit sollen 15.000 Stellen gestrichen werden. In Deutschland sind es insgesamt 6.000 – 5.100 bei Airbus selbst und 900 bei der Tochterfirma Premium Aerotec. Wie stark Bremen davon betroffen sein wird, ist noch unklar. Heute gibt der Konzern die genauen Zahlen des Stellenabbaus in den einzelnen Werken in Deutschland, Frankreich, Spanien und Großbritannien bekannt.

Vogt sieht Bremer Standort nicht existenziell bedroht

Klar ist: Der Konzern rechnet nicht damit, dass sich der Luftverkehr vor 2023 erholt. Möglicherweise werde er erst 2025 wieder auf dem Niveau von vor der Corona-Krise sein.

In Bremen arbeiten 4.500 Menschen für Airbus und die Tochterfirma Premium Aerotec.

Jeder verlorene Arbeitsplatz in einem so wichtigen Cluster wie der Luft- und Raumfahrt ist ein großer Verlust für den Standort. Wir werden weiter daran arbeiten müssen, dass betriebsbedingte Kündigungen in Bremen vermieden werden. Etwas beruhigend ist aber, dass offenbar keine Arbeitspakete aus Bremen verschoben werden und der Standort nicht existenziell bedroht ist.

Kristina Vogt (Linke), Wirtschaftssenatorin

Jan-Marcus Hinz ist Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates von Airbus Operations. Im Gegensatz zu Vogt ist er sich nicht so sicher, ob Bremen tatsächlich so glimpflich davon kommt: "Es geht jetzt erst einmal darum, die Zahlen, die wir bekommen, für uns zu analysieren. [...] Danach können wir für uns auch wirklich erst die Diskussion starten, was es für die Standorte wie Bremen und Hamburg bedeutet." Ob über ein paar Hundert oder nur ein paar Dutzend Stellen in Bremen gesprochen werde, sei noch unklar, sagte Hinz buten un binnen.

Arbeitsplätze sollen durch Kurzarbeitergeld gesichert werden

Nach Informationen von Airbus könnten deutschlandweit 1.500 Arbeitsplätze gesichert werden – wenn die Bundesregierung das Kurzarbeitergeld auf zwei Jahre verlängert. Über Bundesprogramme im Rahmen des Konjunkturprogramms könnte der Konzern weitere 1.600 Arbeitsplätze halten, erklärt Bremens Wirtschaftssenatorin. Außerdem könnten über Vorruhestandsregelungen 1.700 Arbeitsplätze sozial verträglich abgebaut werden, so Vogt. Nach heutiger Betrachtung bleibt eine Lücke von 1.200 Beschäftigten in Deutschland, denen betriebsbedingte Kündigungen drohen – vermutlich auch in Bremen.

Der Abbau von 6.000 Stellen wird wahrscheinlich auch an Bremen nicht spurlos vorübergehen. Ich bin aber fest davon überzeugt, dass der Standort Bremen aufgrund seiner Kompetenz diese Krise überstehen wird und dass der Standort zukunftsfähig ist.

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD)

Airbus gibt konkrete Zahlen zum Stellenabbau bekannt

Video vom 2. Juli 2020
Auf einem Schild ist das Logo der Firma Airbus.
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 2. Juli 2020, 19:30 Uhr