Infografik

Zahl der E-Autos wächst und Bremen hat zu wenig Ladesäulen

Bild: Imago | Joker/Karl-Heinz Hick

20 Elektro-Autos müssen sich in der Stadt Bremen einen Ladepunkt teilen. Die EU empfiehlt: Zehn Autos pro Säule. Die Stadt sieht die Verantwortung bei Unternehmen.

Bei den großen Zielen "Klimaschutz" und "Verkehrswende" spielt die Elektro-Mobilität eine entscheidende Rolle. Und da bewegt sich einiges: Im Land Bremen waren 44 Prozent aller neuzugelassenen Autos im vergangenen Jahr E- oder Hybridautos. Ungefähr ein Viertel davon waren reine E-Autos. Doch der Ausbau der Infrastruktur mit Ladestationen bleibt überschaubar.

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Mittlerweile gibt es 329 sogenannte "Ladepunkte" im Land Bremen. Wenn man das mit der Zahl der E-Autos abgleicht, heißt das für die Stadt Bremen: Fast 20 Autos müssen sich einen Ladepunkt teilen. Das hat eine Berechnung des Verbands der Automobilindustrie ergeben. Bremerhaven und die Wesermarsch schneiden da besser ab. Dort teilen sichnur rund ein Dutzend Autos einen Ladepunkt.

EU-Empfehlung: 10 Elektro-Autos pro Ladepunkt

Von der Empfehlung der EU von zehn E-Autos pro Ladepunkt ist die Stadt Bremen noch weit entfernt. Nach dieser Empfehlung müsste die Stadt ihr Angebot verdoppeln.

Die Zahlen beziehen sich auf die öffentlichen oder teil-öffentlichen Ladestationen. Dazu gehören die Ladestationen vom Energieunternehmen swb und Stationen in Parkhäusern sowie an öffentlichen Straßen oder auf Parkplätzen.

Stadt Bremen betreibt keine Ladesäulen

Klimaschutz- und Mobilitätssenatorin Maike Schaefer (Grüne) setzt sich vor allem für Alternativen zum Auto ein, weniger für E-Mobilität. Ihre Themen sind vor allem der ÖPNV, Carsharing und Radfahren. Beim Thema Ladestationen sieht sie sich nur begrenzt in der Pflicht – weil Bremen nicht selbst Anbieter oder Betreiber ist.

Wir bieten keine Elektro-Infrastruktur an. Wir haben auch keine Tankstellen.

Maike Schäfer blickt in die Kamera.
Maike Schaefer, Mobilitätssenatorin (Grüne)

Man schaue nach geeigneten Flächen, doch sie sieht öffentlichen Straße nicht als primären Ort für Ladestationen an. Dafür sind ihrer Ansicht nach insbesondere große Parkflächen geeignet: "Da wo man länger steht."

Ladestationen rechnen sich oft nicht

Doch für die swb rechnet sich der Betrieb der Ladestationen oft nicht – viele Stationen sind zumindest bis heute unwirtschaftlich. Die Stationen werden zwar mittlerweile mehr genutzt, aber sie liefern nur wenige vollständige Ladevorgänge am Tag. Die Auslastung ist da bisher nicht allzu gut.

Ein Grund ist möglicherweise, dass die Abstellflächen für die Autos an den Stationen nach der Strombetankung gerne als kostenfreier Parkplatz missbraucht werden.

Viele laden E-Autos privat

Die SWB schätzt, dass immerhin 70 Prozent aller Ladevorgänge in der privaten Garage oder auf dem Firmenparkplatz beim Arbeitgeber stattfinden. Wie viele private Anschlüsse es gibt, weiß man nicht.

Der entsprechende Fördertopf bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau war bis zum letzten Sommer leer – das waren 620.000 bewilligte Anträge. Das spricht auch dafür, dass sich mehr Autofahrer so eine Station privat angeschafft haben.

Autorinnen und Autoren

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 18. Januar 2022, 19:30 Uhr