Kassen müssen nicht für Zahnbehandlung im Ausland zahlen

  • Zahnbehandlungen im EU-Ausland müssen vorher genehmigt werden
  • Richter des Landessozialgerichts weisen Klage einer Frau zurück
  • Sie hatte vor einer Behandlung in Polen keinen Heil- und Kostenplan eingereicht
Eine Patientin sitzt auf einem Zahnarztstuhl und wird von einem Arzt und einer Helferin behandelt.
Auch Zahnbehandlungen im EU-Ausland müssen vor dem Eingriff von der Krankenkasse genehmigt werden. Bild: Imago | allover-MEV

Zahnbehandlungen im EU-Ausland müssen von der Krankenkasse vorher genehmigt werden. Andernfalls sind die Kassen nicht verpflichtet, die Kosten zu übernehmen – das hat Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen entscheiden.

Geklagt hatte eine Frau, die große Brücken im Ober- und Unterkiefer brauchte. Ein deutscher Zahnarzt veranschlagte dafür laut Gericht 5.000 Euro, die Kasse wollte aber nur 3.500 übernehmen. Darum ließ sich die 38-Jährige für 3.300 Euro in Polen behandeln. Die Kasse übernahm aber nur einen Teil der Kosten.

Die Richter wiesen die Klage der Frau ab, weil sie vorher keinen sogenannten Heil- und Kostenplan des polnischen Arztes eingeholt hatte. Der sei aber für in- und ausländische Behandlungen Vorschrift. Denn nur so könnten die Kassen beurteilen, ob der Eingriff notwendig und zweckmäßig sei, so die Richter. Wenn sie diese Möglichkeit nicht haben, hat der Patient keinen Anspruch auf Erstattung.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 10. Juni 2019, 9 Uhr