So hat sich dieses Schnoor-Haus in einem Werbespot verändert

In dem TV-Werbespot eines großen, deutschen Tortenherstellers wird ein Haus aus dem Bremer Schnoor gezeigt. Doch Hochglanz-Werbung hat eben oft so gar nichts mit der Realität zu tun.

Blick auf eine Häuserzeile im Schnoor.
So sieht das kleine, typische Schnoor-Haus in der realen Welt aus.

Gibt es eine schöne heile Welt, in der alles gut, sauber und strahlend ist? Ja, gibt es: Es ist die Welt der Werbung. Doch es überrascht kaum, dass diese Welt meist so gar nichts mit der schnöden Realität zu tun hat. Bestes Beispiel ist der Werbespot des Tortenherstellers Coppenrath und Wiese, der in diesen Tagen wieder in den Werbeblöcken der Fernsehsender zu sehen ist.

Screenshot aus einem Werbefilm, in dem ein Haus im Bremer Schnoor als Bächerei dargestellt wird.
Das Haus ist im Werbespot kaum wiederzuerkennen. Der Tricktechnik sei dank. Bild: Screenshot Werbespot Conditorei Coppenrath & Wiese

Was eigentlich eine Teestube ist, wird plötzlich zu einer Bäckerei. Passt doch schließlich viel besser zu einem Torten-Produzenten. Eine Statue vor dem Haus ist mit saftig-grünen Sträuchern verdeckt. Und aus blauen Fenstern ohne Blumenkästen werden grüne Fenster mit Blumenkästen.

Die Betreiberin des Teestübchen Jutta Gaeth war wenig begeistert, als sie den Spot zum ersten Mal sah. Sie schrieb an Coppenrath und Wiese und fragte, warum mit der Häuserfront ungefragt geworben wird. "Die meinten, dass sei erlaubt. Es handele sich um eine öffentliche Ansicht auf das Haus und deshalb dürfe man es in einem Werbespot zeigen", erzählt Gaeth. Doch dabei blieb es nicht. Jutta Gaeth erhielt von dem Torten-Produzenten plötzlich Post.

Die haben mir doch tatsächlich einen vergoldeten Tortenheber geschickt, als so eine Art Entschädigung.

Jutta Gaeth, Teestübchen im Schnoor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 9. November 2018, 23:30 Uhr