Diesen Rekord hat der Juli 2018 gebrochen

Viele Tage mit mehr als 30 Grad, ausverkaufte Ventilatoren und so gut wie kein Regen. Hat der Juli 2018 wirklich die Rekorde in Sachen Trockenheit und Hitze gebrochen?

Menschen an Schlachte
Schatten an der Schlachte: Bei der Hitze in diesem Sommer eine angenehme Sache.

Viele Menschen stöhnen unter der Hitze und die Bauern sehnen sich nach Regen für ihre Felder. Aber Rekordwerte bei Trockenheit und Hitze hat der Juli 2018 nicht erreicht, sagt Ronny Büttner, Meteorologe bei der Meteogroup in Berlin. Er hat für buten un binnen einen Blick in die Wetteraufzeichnungen Bremens geworfen, die 1890 begannen.

1 Platz 1 in der Kategorie sonnigster Juli

In einer Kategorie schafft es der Juli 2018 in Bremen aber auf Platz eins. Denn Bremen und Umgebung waren nach der Ostseeküste die sonnigste Region Deutschlands, sagt Büttner. Noch seien zwar nicht alle Daten vollständig ausgewertet, aber bislang sind für den Juli 2018 341,2 Sonnenstunden gemessen worden — und damit ist er der sonnigste seit dem Beginn regelmäßiger Sonnenstunden-Aufzeichnungen im Jahre 1951.

2 Nur Rang 5 in Sachen Hitze

Die durchschnittliche Tagesmaximumtemperatur betrug in Bremen für den Juli 2018 27,0 Grad Celsius. Einen vergleichbaren Wert gab es schon einmal: 1994 waren es im Durchschnitt 27,3 Grad Celsius. Doch damit ist der Juli 2018 nicht der heißeste. Geschlagen wird er vom Juli 2006. Damals betrug die durchschnittliche Tagesmaximumtemperatur 28,8 Grad und die Monatsmitteltemperatur 22,1 Grad.

Auch in den Durchschnittstemperaturen macht der Juli 2006 locker das Rennen um Platz eins. Im Schnitt waren es in Bremen damals 22, 1 Grad. Auf Platz zwei landet das Jahr 1994 mit 21,9 Grad im Juli. Platz drei schafft 2010 mit 21,1 Grad. Nur für Rang fünf reicht es für den diesen Juli. 2018 waren es im Durchschnitt 20,4 Grad.

3 Platz 7 bei der Trockenheit

Im Juli 2018 fielen 27,7 Liter pro Quadratmeter, 2016 wurden 33,5 gemessen und der trockenste Juli überhaupt war im Jahr 2006. Nur 18,1 Liter pro Quadratmeter gab es damals in Bremen. Und auch damit ist der Sommer 2006 auch bei der Trockenheit ganz klar auf Platz Eins.

Auf Platz zwei landet der Juli 1983. Damals fielen in Bremen 18,4 Liter pro Quadratmeter Regen. Auf Rang drei folgt der Juli 1982 mit 24,3 Litern pro Quadratmeter. Mit den 27,7 Litern pro Quadratmeter landet der Juli 2018 in Bremen nur auf Platz sieben.

Den Juli 2006 verweist der vergangene Monat damit auf Platz zwei. Damals schien die Sonne für 334,6 Stunden. Auf Platz drei landet der Juli 2010 mit 293,2 Stunden.

4 Sommer 2018 Anwärter auf Rekordbrecher

Das Potential alle Rekorde zu brechen, hat der Sommer 2018, auch wenn der Juli alleine dies noch nicht geschafft hat.

Anhand der Statistiken könnte dieser Sommer als der trockenste und wärmste in der Geschichte der Stadt Bremen eingehen, wenn das stabile Hochdruchwetter weiter erhalten bleiben sollte.

Ronny Büttner, Meterologe bei der Meteogroup aus Berlin

Denn bislang hatte der Sommer 2018 die Jahreszeitenmitteltemperatur von 19,4 Grad. Das ist heißer als der bisherige Rekordhalter 2003. Damals betrug diese Zahl 18,9 Grad. Jedoch müsse der August erst noch beendet werden, bevor abschließende Zahlen herausgegeben werden könnten, sagt Büttner.

Ebenfalls könnte der Sommer 2018 der trockenste sein, wenn das Wetter im August ähnlich wird, wie im Juli. Bisher fielen diesen Sommer 50,8 Liter pro Quadratmeter. Bisheriger Spitzenreiter in Sachen niederschlagärmster Sommer ist der Sommer 1983. Damals gab es 84,1 Liter pro Quadratmeter.

5 Ende des Sommers noch nicht in Sicht

Aktuell sehe es so aus, als würde das Wetter sich nicht so schnell ändern, meint Ronny Büttner. "Nach der Sieben-Tage-Prognose ist ein abruptes Ende des Sommers nicht in Sicht", sagt er. "Für spätere Zeiträume lassen sich nur spekulativ Angaben machen, es deutet sich aber überdurchschnittlich warmes Wetter an."

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  • Lina Brunnée

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 2. August 2018, 23:20 Uhr