Brand auf der "Seute Deern" in Bremerhaven unter Kontrolle

  • Brand in bekanntem Großsegler am spätem Freitagabend
  • Brandursache ist noch unbekannt
  • Schiff ist nach dem Feuer nach jetzigen Stand noch zu retten
Das Schiff Seute Deern im Dunkeln, es steigen Rauchwolken auf.

Seit dem frühen Morgen ist der Brand auf der "Seute Deern" in Bremerhaven unter Kontrolle. Allerdings sind noch weiter Einsatzkräfte der Feuerwehr an Bord, um mögliche Glutnester zu löschen. Eine Brandwache wird voraussichtlich noch bis morgen Ausschau nach Glutnestern halten. Erst danach wird die Suche nach der Brandursache beginnen. Die Polizei wird ihre Ermittlungen dazu frühestens am Sonntag auf.

Auch die Schadenshöhe ist noch nicht klar. Doch nach aktuellem Kenntnisstand wird das Schiff laut der Feuerwehr nach dem Brand wohl noch zu retten sein.

Das ist vor allem auch dem sensiblen Löscheinsatz der Feuerwehren zu verdanken.

Jörn Hoffmann, Dezernent der Feuerwehr und des Rettungsdienstes in Bremerhaven

Das Restaurant auf dem Schiff bleibt bis auf weiteres geschlossen. Jährlich besuchen etwa 60.000 Gäste die "Seute Deern". Eigentlich wollte der Gastronom erst in vier Jahren von Bord gehen. Denn dann sollte das Schiff ohnehin über viele Jahre restauriert werden.

Schwierige Löscharbeiten

Die "Seute Deern" war am späten Abend in Brand geraten. Gäste des Restaurants an Bord und Personal konnten sich in Sicherheit bringen. Die Löscharbeiten waren laut Feuerwehr schwierig, weil das Schiff schwer zugänglich ist und das Feuer offenbar im Hohlraum zwischen Außenhaut und Bordwand brannte.

Feuerwehren aus Bremerhaven und Cuxhaven und Technisches Hilfswerk bekämpften das Feuer auch am Samstagmorgen noch. Aufgrund des erhöhten Atemschutzeinsatzes waren rund 75 Einsatzkräfte zeitgleich am Einsatz beteiligt.

Die Feuerwehrleute versuchten, von innen und außen zu löschen. Dabei kam auch eine spezielle Löschmethode zum Einsatz, um so viel wie möglich von der Substanz des Schiffes zu retten: Über kleine Löcher in der Außenwand versuchten die Einsatzkräfte, an das Feuer dahinter zu gelangen. Allerdings mussten sie Teile der Außenhaut mit Kettensägen öffnen, um Glutnester zu erreichen.

Historische Bark ist ein teures Sorgenkind

Die "Seute Deern" ist eine der bekanntesten Attraktionen Bremerhavens. Die hölzerne Bark wurde 1919 in den USA gebaut, lief dort als "Elisabeth Bandi" vom Stapel und wurde als Holztransporter genutzt. Seit ihrem Bau war das Schiff undicht – fast nach jeder Fahrt musste es repariert werden. 1938 kam das Schiff nach Deutschland und bekam seinen heutigen Namen.

1972 wurde die "Seute Deern" schließlich ein Gründungsgeschenk der Stadt Bremerhaven an das damals gegründete Deutsche Schifffahrtsmuseum. Seitdem gehört das Schiff zur Museumsflotte des Museums – und ist längst ein kostspieliges Sorgenkind. Die Bark ist seit Jahren in einem zunehmend schlechten Zustand. Für die Sanierung sind 34 Millionen Euro nötig.

Das Segelschiff "Seute Deern" in Bremerhaven
Die "Seute Deern" ist bei den Touristen beliebt. Bild: DPA | Bernd J.Fiedler

Die Hälfte davon hat der Bund in Aussicht gestellt. Wo die übrigen 17 Millionen Euro herkommen, versucht das Deutsche Schifffahrtsmuseum mit dem Land und der Stadt Bremerhaven zu klären.

Ein Schiff brennt in Bremerhaven
Bild: NonstopNews

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 16. Februar 2019, 6 Uhr