Windpocken an Bremer Grundschule: Schulverbot für Kinder ohne Impfung

  • Gesundheitsamt schließt nicht-geimpfte Schüler einer Grundschule im Steintorviertel vom Unterricht aus
  • Impf-Nachweise sollen kontrolliert werden
  • Bildungsbehörde wusste zunächst von nichts
Video vom 13. Februar 2020
Eltern und Schüler der Grundschule an der Schmidtstraße vor der Schule
Bild: Radio Bremen

Das Bremer Gesundheitsamt hat Lehrern und Schülern einer Grundschule im Bremer Steintorviertel ohne Windpocken-Impfung verboten, zur Schule zu kommen. Das hat die Bremer Bildungsbehörde buten un binnen inzwischen bestätigt. In einem Schreiben, das buten un binnen vorliegt, heißt es, dass an der Schule mehrere Fälle von Windpockenerkrankungen aufgetreten seien. Von den 159 Schülerinnen und Schülern der Grundschule sind bislang nach Behördenangaben elf an Windpocken erkrankt.

"Um eine weitere Verbreitung zu verhindern und Ihrem Kind auch weiterhin einen Schulbesuch zu ermöglichen, möchten wir [...] die Impfpässe aller Kinder und Lehrer kontrollieren." Wer keinen Impfnachweis vorlegen oder die Krankheit noch nicht durchgemacht habe, dürfe ab sofort und bis einschließlich 28. Februar nicht zur Schule kommen. So lange dauere die Inkubationszeit an.

Alle Kinder/Lehrer die am 13.02.2020 keinen Nachweis erbringen können, werden sofort vom Schulbesuch ausgeschlossen.

Schreiben des Bremer Gesundheitsamtes an die Eltern und Lehrer der Grundschule an der Schmidtstraße

Wichtig hierbei ist, dass der Vorgang nichts mit der angekündigten Masern-Impfpflicht zu tun hat. Es geht um konkret vorliegende Erkrankungen. Mit dem Schritt will das Bremer Gesundheitsamt die weitere Ausbreitung von Windpocken in Bremen verhindern.

Interessant allerdings: Die Sprecherin der Bremer Bildungsbehörde, Annette Kemp, hatte auf Nachfrage von buten un binnen am Donnerstagmorgen zunächst erklärt, dass die Berichte nicht zutreffend seien. "Der Ausschluss von Kindern ist ein Gerücht. Wo das aufgekommen ist, ist uns noch unklar." Kemp verwies in diesem Zusammenhang auch auf die bestehende Schulpflicht.

Bildungsbehörde bestätigte Windpocken-Entscheidung später

Am späten Vormittag dann die Klarstellung: Kemp erklärte, das Bremer Gesundheitsamt habe die Schulleitung über das weitere Vorgehen informiert. Die Schulleitung habe den Brief des Gesundheitsamtes sofort an die Eltern weitergeleitet und die empfohlenen Schritte eingeleitet. Allerdings: Die Schulleitung wollte die entsprechende Info an die Schulaufsicht schicken, verwendete dabei aber wohl eine falsche Mail-Adresse. Daher habe die Bildungsbehörde zunächst nichts von dem Vorfall gewusst.

Auch die Bremer Gesundheitsbehörde hat die drastische Maßnahme inzwischen bestätigt. Gesetzliche Grundlage hierfür sei das Infektionsschutzgesetz. In der Schule seien in den vergangenen Tagen zehn Windpocken-Fälle bekannt geworden. Es sei seit Jahren der erste Fall, dass solche Maßnahmen zum Schutz einer Infektionsausbreitung an einer Bremer Schule getroffen werden mussten.

Eltern sind verärgert und verunsichert

Auf den Kanälen von buten un binnen in den sozialen Medien diskutieren die User das Thema eifrig. Die Meinungen gehen hierbei auseinander. Manch einer kann das Vorgehen des Gesundheitsamtes nachvollziehen, andere eher nicht.

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Mein Kind ist leider betroffen jetzt darf sie zuhause bis zum 28.02. Sitzen weil sie die Impfung gegen Windpocken nicht hat. Das ist lächerlich in der Schule war heute morgen schon ein krisengespräch wegen WINDPOCKEN.

Dzenisa Curic Pamuk - 13. Februar 2020, 10:12 Uhr.

Ich hatte als Kind Windpocken und mit Mitte 20 dann eine Gürtelrose.
Wahnsinnige Schmerzen, wochenlang. Unter der Brust sind seit dem Bereiche Taub.
Man sollte froh sein, dass man heutzutage dagegen geimpft werden kann...

Stephania Beins - 13. Februar 2020, 10:32 Uhr.

 Was, ich glaube ich Spinne, was soll das denn? Den Leuten ist aber schon klar dasan trotz Impfung Windpocken bekommen kann, das ist mir auch selbst passiert, also bitte.

Hexerl Natane BC - 13. Februar 2020, 11:42 Uhr.

Autor

  • Milan Jaeger

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 13. Februar 2020, 19:30 Uhr