Mehr Straftaten am Bremer Hauptbahnhof – aber weniger Gewalt

  • Gesamtzahl der Straftaten ist in 2018 angestiegen
  • Zahl der Gewaltdelikte und Diebstähle ist aber gesunken
  • Ermittler führen das auch auf die Videokameras am Hauptbahnhof zurück
Polizist steht in einem Raum des Polizeipräsidium Bremen vor einem Tisch und schaut auf Überwachungsmonitore
In den Augen der Bundespolizei hat die Videoüberwachung den Bremer Hauptbahnhof sicherer gemacht. (Archivbild) Bild: DPA | Mohssen Assanimoghaddam

Die Bundespolizei hat in Bremen im vergangenen Jahr einen Anstieg der Straftaten verzeichnet. Das teilten die Beamten am Mittwoch mit. So sei die Gesamtzahl der Straftaten im Bremer Bereich der Bundespolizei um sieben Prozent auf rund 9.300 Delikte gestiegen. Zu dem Bereich zählen neben dem Bremer Hauptbahnhof auch kleinere Bahnhöfe, beispielsweise in Lüneburg, Bremerhaven und Uelzen. Wie viele der Straftaten in Bremen begangen wurden, konnte die Bundespolizei nicht sagen. Laut einem Sprecher sei es aber "die Masse der Delikte".

Bei den Taschen- und Handgepäckdiebstählen sowie den Gewaltdelikten vermeldeten die Ermittler Rückgänge. So sei die Zahl der Diebstähle in 2018 (491) im Vergleich zu 2017 (637) um fast 23 Prozent zurückgegangen. Bei den Gewalttaten verzeichnete die Bundespolizei den Angaben zufolge einen Rückgang um elf Prozent auf 528. Die insgesamt höheren Zahlen seien dem Bundespolizeisprecher zufolge auf einen Anstieg in anderen Bereichen zurückzuführen. So habe es beispielsweise 16,3 Prozent mehr Eigentumsdelikte gegeben. Darunter fallen unter anderem Diebstähle von Transportgut oder Teilen der Gleisanlagen. Wurden 2017 noch 2300 solcher Fälle registriert, waren es 2018 bereits 2700.

Mehr Fahndungserfolge in Bremen

Der Sprecher der Bundespolizei führte den Rückgang bei Taschendiebstählen und Gewaltdelikten auch auf die Videokameras, die seit Ende 2017 am Bremer Hauptbahnhof in Betrieb seien, zurück. "Die hat sich in meinen Augen schon bezahlt gemacht", sagte er. Es sei nicht auszuschließen, dass Straftaten frühzeitig erkannt und unterbunden werden. So sei auch die Zahl der Fahndungserfolge in Bremen zwischen 2017 und 2018 um gut zehn Prozent auf 1.933 gestiegen.

Der Anstieg der Delikte in Bremen steht der insgesamt positiven Bilanz entgegen: Insgesamt ist die Zahl der Straftaten im Bereich der Bundespolizeidirektion Hannover im vergangenen Jahr um rund 4,5 Prozent zurückgegangen. Neben Bremen ist die Direktion auch für Niedersachsen und Hamburg zuständig. Den Angaben zufolge wurden 2017 noch 55.500 Straftaten festgestellt, im Folgejahr waren es nur noch 53.000.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 12. Juni 2019, 23:30 Uhr