Bremer Ermittler ziehen vorläufige Bilanz nach Clan-Razzia

  • Polizei und Staatsanwaltschaft sind zufrieden mit der Durchsuchung
  • Gegen sechs Verdächtige wird Haftbefehl geprüft
  • Polizei veröffentlicht Film-Aufnahmen von der Razzia
Von der Polizei entdeckte Cannabis-Plantage im Bremer Süden
Bild: Polizei Bremen

Die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Bremen haben sich zufrieden zur Razzia gegen Clankriminalität geäußert. LKA-Chef Daniel Heinke erklärte: "Nach derzeitiger Bewertung war es eine sehr erfolgreiche Aktion." Heinke lobte insbesondere die Zusammenarbeit mit den anderen Behörden. Neben der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe der Polizei Bremen und dem Zoll waren auch Kollegen aus Niedersachsen und Bremerhaven an der Aktion beteiligt. Dabei wurden zwölf Verdächtige vorläufig festgenommen, gegen sechs wird die Beantragung eines Haftbefehls geprüft.

Rund 350 Beamte hatten am frühen Morgen 22 Objekte in Bremen und Niedersachsen durchsucht, darunter Wohnungen, Geschäftsräume und Gaststätten. Dabei entdeckten die Ermittler eine Cannabis-Plantage mit rund 2.000 Pflanzen.

Es war eine sehr große und professionell betriebene Anlage. Aus polizeilicher und kriminalistischer Sicht muss die Maßnahme also als großer Erfolg gewertet werden.

Daniel Heinke
Daniel Heinke, Landeskriminalamt Bremen

Bei der Razzia wurden unter anderem vier Autos, eine Waffe mit Munition und mehrere tausend Euro Bargeld sichergestellt.

"Nicht die einzige Tätergruppierung"

Die Durchsuchungsaktion war das Ergebnis monatelanger Ermittlungen nach dem Fund einer großen Cannabis-Plantage vor einigen Monaten. Sie war Ende 2017 im Bremer Süden entdeckt worden. Frank Passade von der Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es weitere vergleichbare Banden in und um Bremen gibt.

Insofern wird es künftig Verfahren gegen andere Tatverdächtige geben, die mit dem identischen Modus Operandi vorgehen und auch Plantagen betreiben.

Der Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft Frank Passade.
Frank Passade, Staatsanwaltschaft Bremen

Bei der aktuellen Razzia konnte unter anderem auch Vermögen abgeschöpft werden, indem sogenannte Arreste in Höhe von 1,2 Millionen Euro vollstreckt wurden.

Dieses Thema im Programm: buten und binnen, 26. März 2019, 19:30 Uhr