MSC Zoe: Großteil der Ladung nach Havarie geborgen

  • Vor Holland wurden 85 Prozent der verlorenen Container geborgen
  • Auch in Deutschland "Großteil der Bergungsarbeiten" erledigt
  • Bis heute nicht öffentlich bekannt, was genau der Frachter geladen hatte
Containerbergung vor Borkum
Ein Großteil der verlorenen Container wurde mit solch einem Schiff gehoben.

Knapp fünf Monate nach der Havarie des Riesenfrachters "MSC Zoe" in der stürmischen Nordsee sind die meisten verlorenen Container und Ladungsteile geborgen worden. Das teilten die zuständigen Behörden in Deutschland und den Niederlanden mit. Im niederländischen Teil der Nordsee, wo ein Großteil der 342 über Bord geschlagenen Container geortet wurde, seien 85 Prozent der lokalisierten Wrackstücke aus dem Wasser geholt worden, erklärte die nationale Straßen- und Wasserbaubehörde in Den Haag. Ähnlich sieht es auf deutscher Seite aus. "Ein Großteil der Bergungsarbeiten ist erledigt", sagte der stellvertretende Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Emden, Günther Rohe.

Auf der Fahrt von Portugal nach Bremerhaven am 2. Januar verlor die "MSC Zoe", eines der weltgrößten Containerschiffe, im Norden der niederländischen Wattenmeerinseln und vor der Insel Borkum einen Teil ihrer Ladung. Die Ursache steht noch nicht fest.

Mikroplastik könnte Meeresfauna schaden

Niederländische Wissenschaftler fürchten, dass ein Teil der Ladung noch lange Zeit im Meer treibt und möglicherweise Jahre später angeschwemmt wird, wie der Rundfunksender NOS berichtete. Je nach Material und Gewicht landeten Ladungsteile nicht auf dem Meeresboden, sondern würden von der Strömung kilometerweit mitgetrieben.

Die Problematik der Ladungsreste im Meer beschäftigt auch die Behörden beider Länder. Die Niederlande beraten gerade mit der Rederei über den Einsatz von Fischerbooten, die mit ihren Netzen weitere Reste vom Meeresboden an die Oberfläche holen sollen, hieß es in der Mitteilung. Auch wird die Regelung aufrecht erhalten, dass Fischer für das Anlanden von Ladungsresten bezahlt werden, die bei ihren regulären Fahrten aufs Meer im Netz landen.

Mögliche negative Auswirkungen insbesondere von Mikroplastik auf die Meeresfauna untersucht die niederländische Universität Wageningen in staatlichem Auftrag. Fischer sollen den Forschern im nächsten Jahr rund 9.000 Fische aus dem Teil der Nordsee zur Verfügung stellen, die auf Plastikreste und insbesondere die etwa einen halben Millimeter großen Mikroplastik-Teile untersucht werden. Auch tote Vögel, Enten und Seehunde landen bei den Forschern.

Geheimnis um Ladung bleibt

Was die "MSC Zoe" genau geladen hatte, unterliegt teilweise dem Betriebsgeheimnis der Reederei und der Hersteller der transportierten Waren und dürfe nicht veröffentlicht werden, erklärte die niederländische Wasserbehörde. Auf eine Klage niederländischer Medien sei lediglich ein Teil der davon nicht betroffenen Informationen zur Ladung zugänglich gemacht worden.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 20. Mai 2019, 17 Uhr