Zwei Wochen nach Havarie: "MSC Zoe" in Bremerhaven entladen

  • Havarierter Frachter "MSC Zoe" nach rund zwei Wochen entladen
  • Container mussten mit Spezialwerkzeug getrennt werden
  • Experten überprüfen Fahrtüchtigkeit des Schiffes
Beschädigte Container der MSC Zoe
Umgekippt und verkeilt: Inzwischen wurden alle Container der "MSC Zoe" entladen.

Rund zwei Wochen nach der Havarie der "MSC Zoe" sind in Bremerhaven alle beschädigten Container von Bord geholt worden. Laut Hafenkapitän lief das Entladen einfacher ab als erwartet. Der Frachter hatte Anfang Januar in der Nordsee 291 Container verloren, darunter zwei mit gefährlichen Stoffen.

Einige der Container, die nicht über Bord gegangen waren, hatten sich mit ihren Halterungen ineinander verkeilt. Diese mussten Experten mit speziellen Maschinen trennen. Jetzt wurden die betroffen Bereiche an Deck der "MSC Zoe" von Müllresten und Verschmutzungen gereinigt.

Die Hafenbehörde und die Klassifikationsgesellschaft – eine Art Schiffs-TÜV – prüfen nun, wie stark das Containerschiff beschädigt wurde und ob es noch fahrtüchtig ist. Erst im Anschluss daran wird entschieden, ob und wann die "MSC Zoe" auslaufen kann. Fest steht bis jetzt, dass unter anderem Halterungen von Containern beschädigt und an einigen Stellen die Reling eingedrückt wurden.

Bergung aller Container wird Monate dauern

Insgesamt wurden bisher laut niederländischen Angaben 238 Container lokalisiert. Die meisten Container liegen auf dem Meeresboden nördlich der niederländischen Wattenmeer-Inseln auf der stark befahrenen Route des Frachtverkehrs, etwa 20 wurden bei Borkum geortet. 18 Container sowie deren Inhalt waren an den Stränden angespült worden.

Die Bergung aller Container wird vermutlich mehrere Monate dauern. Die niederländischen Behörden haben eine Untersuchung zu den Ursachen des Unglücks und möglichen Langzeitschäden für die Umwelt eingeleitet. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt.