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4.000 illegale Müllhaufen pro Jahr – was Bremen dagegen tut

Er stinkt und versperrt den Weg: illegaler Müll. Deshalb ist jetzt die Stadtreinigung in Gröpelingen unterwegs, um Müllhaufen zu sichern und Verursacher zu finden.

Ein Müllhaufen, der mit einem Flatterband der Stadtreinigung umwickelt ist.
Etwa 4.000 solcher Stellen wurden der Bremer Stadtreinigung im vergangenen Jahr gemeldet.

In dieser Woche läuft in Gröpelingen eine besondere Aufräumaktion. Gemischte Teams von Stadtreinigung und Ordnungsdienst sollen illegal abgelegten Müll entlang der Gröpelinger Heerstraße und der Ritterhuder Straße sichern – und im Optimalfall die Verursacher finden. In Gröpelingen gibt es zwar besonders viele illegale Müllberge, das Problem besteht jedoch in ganz Bremen: Etwa 4.000 Haufen wurden der Stadtreinigung im vergangenen Jahr gemeldet.

Was gilt als illegale Müllentsorgung?
Mülltonnen oder Abfallsäcke dürfen lediglich rund um den Abfuhrtag an der Straße stehen. Sperrmüll nur dann, wenn er vorher angemeldet wurde. "Alles andere gehört nicht auf die Straße", sagt Insa Nanninga von der Bremer Stadtreinigung. Pro Jahr erhalten Nanninga und ihre Kollegen etwa 4.000 Anrufe und Mails, die illegale Müllberge melden. "Das ist eine erschreckende Zahl und leider auch eine zunehmende Tendenz", sagt sie.
Ein Müllhaufen lehnt an einem Baum und ist mit einem Flatterband umwickelt.
Die Stadtreinigung umwickelt gemeldete Müllhaufen mit einem Flatterband, auf dem "wir ermitteln" steht.
Wie geht die Stadtreinigung mit den Müllbergen um?
Erhält die Stadtreinigung eine Meldung, leitet sie zu Beginn die Entsorgung in die Wege. Gleichzeitig wird auch untersucht, wo der Müll herkommt. "Wir sind da schon findig: Zum Teil transportieren wir den Müll auch ab und durchsuchen ihn dann nach Hinweisen auf die Verursacher", sagt Nanninga.
Welche Strafe droht, wenn man seinen Müll illegal entsorgt?
Wird einem Müllhaufen ein eindeutiger Verursacher zugeordnet, sucht die Stadtreinigung nach eigenen Angaben erst das Gespräch, um aufzuklären. In Härtefällen drohen aber auch Strafen: "Wenn es ganz extrem ist oder mehrfach vorkommt, dann erstatten wir auch Anzeige", sagt Nanninga. Je nach Müllmenge folgen dann Bußgelder – und die können auch mal vierstellig werden.
Wie soll man vorgehen, wenn man einen Müllhaufen findet?
Grundsätzlich solle man sich bei der Stadtreinigung melden – telefonisch, per Mail oder über die "Mängelmelder"-App. Auch, wenn man jemanden "auf frischer Tat ertappt". Nanninga warnt davor, selbst den Ordnungshüter zu spielen und sich unter Umständen mit den Verursachern der Müllberge anzulegen: "Das kann ich eigentlich nicht empfehlen, da haben auch unsere Kollegen zum Teil unangenehme Erfahrungen gemacht", erklärt sie. "Das sollte man dann denen überlassen, die damit gut umgehen können."

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  • Mario Neumann

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Vormittag, 4. Februar 2019, 11:15 Uhr