Giftstoff aus Container identifiziert: Warnung für Borkum

  • Havariekommando identifiziert in den Niederlanden gefundenen Giftstoff als Dibenzoylperoxid
  • Experten befürchten, Säcke könnten auch Borkum erreichen
  • Finder sollen Abstand halten
Ein Sack mit weißem Pulver steht auf einem Karton.
Gefährlicher Inhalt: Die in den Niederlanden angespülten Säcke enthalten Dibenzoylperoxid. Bild: Havariekommando

Die nach der Havarie des Frachters "MSC Zoe" auf Schiermonnikoog gefundenen Plastiksäcke enthalten giftiges Dibenzoylperoxid. Eigenen Angaben zufolge hat das Havariekommando Kontakt zum Hersteller des Stoffes aufgenommen. Dieser habe bestätigt, dass die Kunststoffsäcke in den Niederlanden aus seiner Produktion stammen.

Dibenzoylperoxid fällt in den Geltungsbereich des Sprengstoffgesetzes und gilt als umweltgefährdender Stoff. Es wird beispielsweise in der Polysterol-Produktion und der Dermatologie eingesetzt.

280 Säcke des Giftstoffes in havariertem Container

Aufgrund der Nähe zu Borkum hat das Havariekommando die Inselbehörden informiert. Die Experten können nicht ausschließen, dass die Kunststoffsäcke auch auf Borkum anlanden. Insgesamt sollen mit einem Container 280 Pappkisten mit je einem 25-Kilo-Sack über Bord gegangen sein. Über den Inhalt des zweiten verschwundenen Gefahrgutcontainers machte das Havariekommando keine Angaben.

An Land ist bei Sichtung der Container, von Pappkisten mit Gefahrstoffkennzeichen oder Kunststoffsäcken mit weißem, pulverförmigem Feststoff mindestens 50 Meter Abstand zu halten und der Notruf 112 oder 110 zu wählen, teilte das Havariekommando mit. "Nähern Sie sich keinesfalls ungeschützt offenen Containern, Ladungsteilen oder freigesetztem Stoff oder sammeln diesen ein."

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 4. Januar 2019, 16 Uhr