Streit um "Gorch Fock": Landgericht Bremen schlägt Vergleich vor

  • Vorschlag: Bund soll rund zwei Millionen Euro an die Bredo-Werft zahlen
  • Die Werft hatte 10,5 Millionen Euro für die Dockkosten der "Gorch Fock" gefordert
  • Beteiligte vertagen Entscheidung
Video vom 26. Juni 2020
Moderatoren Kirsten Rademacher und Dirk Bliedtner im Schaltengespräch aus dem buten un binnen Studio.
Bild: Radio Bremen

Die Bremerhavener Bredo-Werft und der Bund haben vor dem Bremer Landgericht einen Vergleich im Streit um die "Gorch Fock"-Sanierung zunächst nicht angenommen. Die Richter hatten eine Zahlung des Bundes in Höhe von 2,35 Millionen Euro vorgeschlagen. Die Bredo-Werft fordert 10,5 Millionen Euro für Sanierungsarbeiten am Rumpf des Segelschulschiffes. In ihrem Dock lag das Segelschiff während seiner Sanierung von 2016 bis Juni 2019. Der Bund will nicht zahlen. Er geht davon aus, dass alle Dockkosten bereits gegenüber dem früheren Generalauftragnehmer, der Elsflether Werft, beglichen worden sind. Diese ist aber insolvent.

Der Bund hatte kurzfristig seinerseits eine Klage eingereicht: Er wirft der Bredo-Werft vor, mangelhaft gearbeitet zu haben, und fordert deshalb 3,6 Millionen von dem Unternehmen.

Klagen haben keine Aussicht auf vollständigen Erfolg

Nach Ansicht der Richter hätte keine der beiden Klagen in der ersten Instanz Aussicht auf Erfolg: Zum einen habe der Bund die Werft zu keinem Zeitpunkt aufgefordert, Arbeiten nachzubessern, zum anderen habe Bredo keinen direkten Vertrag mit dem Bund gehabt. Bredo war als Subunternehmer für die Elsflether Werft tätig.

Beide Parteien haben nun bis Oktober Zeit, den Vergleich anzunehmen. Ansonsten will das Gericht im November eine Entscheidung fällen.

Kosten für Sanierung liegen bei 135 Millionen

Die Bredo-Werft hatte das Schiff vergangenes Jahr nur ausgedockt gegen die Zusage, dass ihre Ansprüche gerichtlich geprüft werden. Derzeit baut die Bremer Lürssen-Werft an dem Segler. Durch Fehlplanungen und Missmanagement vieler Beteiligter sind die Kosten für die Sanierung der "Gorch Fock" in die Höhe geschnellt – von geplant 10 Millionen Euro auf 135 Millionen Euro.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Nachrichten, 26. Juni 2020, 8 Uhr