Ermittler vermuteten Magnitz-Angreifer in Werders Ultra-Szene

  • Anhänger der Ultra-Szene standen im Fokus der Ermittler
  • Das bestätigte der Senat nach einer Anfrage der Grünen
  • Suche nach den Angreifern auf Bremer AfD-Chef verlief ohne Ergebnis
Werder Bremen Ultras
Nach dem Angriff auf Frank Magnitz im Januar 2019 hatten die Ermittler auch Fans aus Werders Ultra-Szene im Visier. (Symbolbild). Bild: DPA | Pressefoto ULMER/Claus Cremer

Nach dem Angriff auf den damaligen Bremer AfD-Chef Frank Magnitz im Januar 2019 haben Ermittler auch Anhänger der Ultra-Szene von Werder Bremen als mögliche Täter im Blick gehabt. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor.

Bereits im vergangenen August hatte die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf "Ermittlerkreise" berichtet, dass sich die Ermittlungen im Fall Magnitz die meiste Zeit auf eine Ultra-Gruppierung von Werder Bremen fokussiert hätten. Die Bremer Staatsanwaltschaft betonte damals auf Nachfrage von buten un binnen, man habe stets in alle Richtungen ermittelt. Zeitweise waren mehr als 20 Beamte an dem Fall dran – ohne Ergebnis, wie wir heute wissen. Ebenfalls im August wurde bekannt, dass die Suche nach den Angreifern auf Magnitz eingestellt wurden.

Die "Süddeutsche" berichtete außerdem, dass die Ermittler immer wieder mit Hilfe von Spezialisten des Bundeskriminalamtes (BKA) versucht hätten, die Qualität des Films der Überwachungskamera aufzubessern – mit wenig Erfolg. Kampfsportexperten hätten zudem die Bewegungsabläufe der Angreifer untersucht. Laut der Zeitung waren sie zu dem Ergebnis gelangt, dass die Angreifer eher keine professionellen Kampfsportler seien. Am Ende gingen die Ermittler von einer "spontanen, aus der Gelegenheit geborenen Tat" aus.

Frank Magnitz  vor einer Hecke.
Der ehemalige Bremer AfD-Chef Frank Magnitz war Anfang Januar 2019 angegriffen und verletzt worden.

Der ehemalige Bremer AfD-Chef und Bundestagsabgeordnete, Frank Magnitz, war am 7. Januar 2019 von Unbekannten in der Nähe des Bremer Theaters am Goetheplatz angegriffen worden. Die Staatsanwaltschaft veröffentlichte kurze Zeit später Aufnahmen des Angriffs von einer Überwachungskamera. Zwischenzeitlich war auf der Internetplattform "Indymedia" auch ein vermeintliches Bekennerschreiben gepostet worden, das aber kurz darauf wieder gelöscht wurde. Die Hintergründe der Tat bleiben nun zumindest vorerst ungeklärt. Sollte es neue Hinweise geben, kann die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen aber noch zehn Jahre lang wieder aufnehmen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 13. August 2019, 23:30 Uhr