Infografik

DLRG-Bilanz: 9 Menschen ertranken im letzten Jahr in Bremen

  • Zahl der Ertrunkenen ist in Bremen und bundesweit deutlich gestiegen
  • DLRG macht dafür auch den langanhaltenden, warmen Sommer verantwortlich
  • Die meisten Todesfälle ereignen sich an ungesicherten Badestellen
Ein Mitarbeiter der DLRG steht an einem See, im Hintergrund schwimmen mehrere Badegäste im See.
Die DLRG beklagt unter anderem, dass die Schwimmausbildung in Deutschland immer schlechter wird.

In Bremen sind im letzten Jahr mindestens neun Menschen ertrunken. Das sind sieben Todesopfer mehr als noch 2017. Diese Zahlen gab am Donnerstag die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) bekannt. Darunter waren drei Todesopfer unter fünf Jahren. Die Todesfälle ereigneten sich alle in den Frühlings- und Sommermonaten, zwischen Mai und September. Fünf Opfer waren weiblich und vier männlich.

Mit dem Anstieg liegt Bremen im bundesweiten Trend: Nach Angaben der DLRG ist die Zahl der Ertrunkenen 2018 um fast 20 Prozent gestiegen. Mindestens 504 Menschen seien im letzten Jahr im Meer, in Flüssen, Kanälen, Seen und Teichen ums Leben gekommen. Einen Grund für den Anstieg sieht die DLRG in dem langen und warmen Sommer. So seien allein in den Monaten Juni und Juli mindestens 212 Menschen ertrunken. Andere Gründe seien erneut auch Alkoholmissbrauch und Selbstüberschätzung. Die meisten Todesfälle ereigneten sich an den ungesicherten Badestellen, vor allem im Binnenland.

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Die DLRG kritisiert in diesem Zusammenhang erneut die sich verschlechternden Rahmenbedingungen für die Schwimmausbildung. Immer mehr Schwimmbäder schließen oder werden in sogenannte Spaßbäder umfunktioniert, in denen an Schwimmausbildung nicht mehr zu denken sei. "Wir müssen Bäder erhalten, Bäder bauen und nicht wegrationalisieren. Schließungen gehen zu Lasten der Wassersicherheit der Bevölkerung und bezahlbarer sozialer Angebote", mahnt DLRG-Präsident Achim Haag. Die möglichen Folgen seien schon jetzt absehbar: Rund 60 Prozent der Zehnjährigen seien keine sicheren Schwimmer. Bereits 25 Prozent der Grundschulen hätten keinen Zugang mehr zu einem Schwimmbad – oder müssten zum Teil lange Wege auf sich nehmen. Vor diesem Hintergrund hat die DLRG unter dem Titel "Rettet die Bäder" eine bundesweite Online-Petition ins Leben gerufen, um auf das Thema aufmerksam zu machen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 21. Februar 2019, 16 Uhr