Deshalb überflutete die Weser das Breminale-Gelände

  • Weser tritt während Kultur-Festival über die Ufer
  • Wasserstand stark von Gezeiten abhängig
  • Zusätzlich drückte Wind mehr Wasser in die Weser
Ein Mann in Gummistiefeln steht in Knöchelhohem Wasser. Im Hintergrund ein Foodtruck.
Land unter: Die Weser überflutete in den vergangenen Tagen mehrfach Teile des Breminale-Geländes.

Normalerweise kommt bei der Breminale das Wasser von oben, in diesem Jahr kam es von unten. Gleich an mehreren Tagen musste das Festivalgelände gesperrt werden, da die Weser über die Ufer getreten war – und das, obwohl deutschlandweit die Wasserstände in vielen Flüssen sinken. Warum schwappte also ausgerechnet in diesem Jahr das Wasser bis an die Bühnen?

"Im Bereich des Bremer Osterdeiches ist die Weser noch durch die Gezeiten beeinflusst", erklärt Annika Rosenkötter vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) auf Anfrage von buten un binnen. In diesem Jahr seien gleich zwei Faktoren zusammengekommen. "In den vier Tagen ab Neumond beziehungsweise Vollmond ist die sogenannte Springzeit, in der die Hochwasser gezeitenbedingt höher ausfallen als im langfristigen Mittel", sagt Rosenkötter. Neumond war am 2. Juli, einige der Veranstaltungstage fielen also genau in diese Phase.

Das war allerdings auch im vergangenen Jahr so, als der Vollmond mitten in der Breminale-Zeit lag, 2015 war es der Neumond. Doch in diesem Jahr kam ein entscheidender Faktor dazu. "Hinzu kommt ein seit Monatsanfang aus nordwestlichen Richtungen kommender mäßiger bis starker Wind, der zu einer weiteren Erhöhung der Wasserstände in der Deutschen Bucht und deren Flussgebiete beigetragen hat", sagt Rosenkötter. Die Vertiefung der Weser habe hingegen "keine signifikanten Auswirkungen" auf die Wasserstände der vergangenen Tage gehabt.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 8. Juli 2019, 23:30 Uhr