Teilweise instabiler Lesumbrücke droht jahrelange Sperrung

  • Prüfung der Autobahnbrücke ergab "erhebliche Defizite bei der Tragfähigkeit"
  • Nur zwei statt drei Spuren je Richtung während der Sperrung
  • Wie lang die teilweise Sperrung anhält, ist noch unklar
Ein Bild der Lesumbrücke aus eine näheren Entfernung.

Die Brücke der A27 über die Lesum zwischen den Autobahnabfahrten Bremen-Nord und Dreieck Bremen-Industriehäfen muss voraussichtlich ab dem 17. Dezember teilweise gesperrt werden – das betrifft die Fahrtrichtung Verden/Hannover. Der gesamte Verkehr wird dann auf die andere Seite der Brücke umgeleitet, also die Gegenfahrbahn. Dort sollen dann pro Fahrtrichtung nur noch zwei leicht verengte statt drei normalen Spuren nutzbar sein. Damit dürfte es nicht nur eng, sondern auch voll werden, denn täglich fahren fast 80.000 Fahrzeuge über die Brücke, darunter rund 6.000 Laster.

Schon seit dieser Woche werden die Barken dafür aufgestellt. Grund für die teilweise Sperrung sind "erhebliche Defizite bei der Tragfähigkeit", wie der Bremer Senat mitteilte. Einige Stahlträger der Brücke sind fast 70 Jahre alt und seien daher instabil. Wie lange die Brücke teilweise gesperrt bleiben soll und ob die Schäden überhaupt zu beheben sind, ist noch unklar. Dies sollen weitere Untersuchungen ergeben, deren Ergebnisse bis Mitte 2019 erwartet werden. Denn es könnte auch sein, dass die Lesumbrücke nicht mehr zu retten ist und neu gebaut werden muss.

Auch Neubau der Lesumbrücke wird vorbereitet

Luftbild von der Lesumbrücke A27.
Die Lesumbrücke liegt zwischen den Autobahnabfahrten Bremen-Nord und Dreieck Bremen-Industriehäfen. Bild: bing

"Die jetzt leider notwendigen Einschränkungen auf dieser Strecke werden wir so gut und so schnell wie möglich kompensieren. Dabei werden wir sowohl die Ertüchtigung der vorhandenen Brücke verfolgen als auch parallel bereits den Neubau der Brücke anschieben", sagte der Staatsrat für Bau- und Verkehr, Jens Deutschendorf. Dieser Neubau hätte jahrelange Einschränkungen im Brückenbereich zur Folge. Die Kosten für die Reparatur und einen möglichen Neubau trägt der Bund. Die Planungskosten muss jedoch größtenteils das Land Bremen übernehmen. Das Amt für Straßen und Verkehr untersucht derzeit an die 120 reparaturbedürftige Brücken in Bremen. Vorrangig werden dabei die wichtigen Verkehrsadern wie die A1 und die A27 beobachtet.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 04. Dezember 2018, 19:30 Uhr.