Reizgas im Klimahaus: Polizei schließt technischen Defekt aus

Bild: Radio Bremen
  • Bei einem Anschlag im Klimahaus gab es mehrere Verletzte
  • Ein Unbekannter hatte dort offenbar Reizgas versprüht
  • Rettungskräfte kamen mit einem Großaufgebot

Unbekannte haben in der Ausstellung des Bremerhavener Klimahauses am Montagmittag Reizgas versprüht. Das bestätigte ein Polizeisprecher am Montag buten un binnen. Das Gebäude in den Havenwelten im Stadtteil Mitte wurde geräumt. Laut Polizei handelte es sich nach bisherigen Erkenntnissen um ein Tier-Abwehrspray.

Die Polizei geht nach dem derzeitigen Ermittlungsstand davon aus, dass jemand das Reizgas von außen in das Klimahaus hineingebracht und dort versprüht haben muss. Man habe ein entsprechendes Behältnis gefunden. Wo genau – ob im Klimahaus oder in seiner Umgebung – wurde nicht mitgeteilt. Ein technischer Defekt könne damit wohl ausgeschlossen werden. Dafür gebe es derzeit keine Anhaltspunkte, sagte auch eine Sprecherin der Feuerwehr.

Die Einsatzkräfte haben den Angaben zufolge 57 Menschen betreut, die von dem atemwegsreizenden Stoff betroffen waren. Sieben Menschen kamen mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus, 20 weitere fuhren zur Abklärung dorthin. 30 weitere erfasste Personen mussten nicht ins Krankenhaus.

Großaufgebot an Rettungskräften

Die Feuerwehr war vor dem Klimahaus mit einem Großaufgebot an Personal und Rettungsfahrzeugen im Einsatz. Zahlreiche Besucher wurden in einem Bereich vor dem Gebäude mit Wärmedecken versorgt. Über den oder die Täter gibt es noch keine Informationen.

Das Klimahaus gilt als eine der Hauptattraktionen Bremerhavens. Obwohl mehrere Schulklassen im Gebäude waren und durch den Ferienbeginn in Nordrhein-Westfalen mit vielen Touristen zu rechnen war, war der Besuch zum Zeitpunkt der Attacke laut einem Klimahaus-Sprecher mit 300 bis 500 Menschen eher niedrig.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 27. Juni 2022, 19:30