Niedersachsens Verfassungsschutz-Chef rechnet mit mehr IS-Rückkehrern

Audio vom 23. Oktober 2021
Eine Chartermaschine rollt zu ihrer Position auf dem Flughafen Frankfurt. In einer zunächst geheim gehaltenen Aktion hatte die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit der US-Armee insgesamt acht deutsche Anhängerinnen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) mit ihren 23 Kindern im Rahmen einer humanitären Aktion aus einem Gefangenenlager in Syrie
Bild: DPA | Boris Roessler
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  • Verfassungsschutz-Chef rechnet mit 18 weiteren Rückkehrern in Niedersachsen
  • Zusammenarbeit der Behörden müsse verbessert werden
  • Bundesrepublik hatte zuletzt acht Frauen und 23 Kinder aufgenommen

Der Chef des niedersächsischen Verfassungsschutzes, Bernhard Witthaut, geht davon aus, dass bald weitere Anhänger der IS-Terrormiliz aus Syrien nach Deutschland zurückkommen werden. Allein für sein Bundesland gehe er von etwa 18 potenziellen Rückkehrern aus, sagte Witthaut der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Witthaut sieht Auswärtiges Amt in der Pflicht

Witthaut fordert, die Zusammenarbeit der Behörden in Deutschland beim Thema IS-Rückkehrer zu verbessern. Seiner Meinung nach fehlt es dafür bisher an einem Gesamtkonzept des Auswärtigen Amtes. Er will auch, dass künftig die Kinder von mutmaßlichen Terroristen stärker in den Blick genommen werden. Deutschland könnte sich dabei an den Niederlanden orientieren, meinte Witthaut. Dort würden Kinder von IS-Rückkehrern sehr eng begleitet.

Die Bundesrepublik hatte zuletzt acht Frauen und insgesamt 23 Kinder aus Syrien ausgeflogen. Die Frauen sollen sich vor einigen Jahren dem IS angeschlossen haben.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 23. Oktober 2021, 10 Uhr