Darum fällt die RS1 zwischen Vegesack und Bremen so oft aus

Pendler stehen sich regelmäßig die Füße in den Bauch: Immer wieder fallen Züge zwischen Vegesack und Bremen aus. Die Gründe sind bekannt, aber gibt es auch eine Lösung?

Ein Bahnsteig mit einer Regio-S-Bahn in Bremen.
Die Züge der Linie RS1 fallen immer wieder aus. Bild: DPA | Inago Wagner

Allein im November und Dezember 2017 sind 178 Fahrten auf der Linie der Regio-S-Bahn 1 ausgefallen. Betroffen waren die Streckenabschnitte zwischen Bremen-Hauptbahnhof und Bremen-Vegesack. Zwar waren das nur 1,57 Prozent aller Regelfahrten auf der RS1. Weil aber die häufigsten Zugausfälle zwischen 6 und 8 Uhr passierten, waren Pendler hiervon besonders stark betroffen.

Die Ursachen: Viel Güterverkehr, alte Technik – und das Wetter

"Die Gründe liegen in der grundsätzlich hochgelasteten Strecke von Bremerhaven aus kommend", sagte Steffen Högemann von der Nordwestbahn buten un binnen. Durch die hohe Zugdichte im Güterverkehr verspäte sich die RS2 von Bremerhaven nach Bremen sehr häufig. Diese wiederum werde am Hauptbahnhof zu bestimmten Zeiten zur RS1 umbenannt. "Aufgrund der hohen Zugfolge fallen bei hohen Verspätungen Züge sehr schnell aus, um die Pünktlichkeit der anderen Züge zu gewährleisten", so Högemann weiter.

Neben dem Güterverkehr sei auch die Technik ein Problem. So gebe es alte Stellwerke in Bremen-Burg und Osterholz-Scharmbeck, wo es immer wieder Ausfälle gebe. Auch das Wetter spiele auf der Strecke immer wieder eine unrühmliche Rolle. So habe es im vergangenen Jahr auf der Strecke zwischen Bremen und Bremerhaven Salznebel gegeben. Die sehr salzhaltige feuchte Luft habe zu Spannungsüberschlägen und Kurzschlüssen im Hoch- und Mittelspannungsnetz geführt.

Keine kurzfristige Lösung in Sicht

Für Pendler wird sich die Situation vermutlich so schnell nicht ändern: Durch den Ausbau des Überseehafens in Bremerhaven wird es in Zukunft mehr Güterverkehr geben als bislang. Derzeit werden im Hafen von Bremerhaven pro Woche im Durchschnitt 570 Güterzüge abgefertigt. Künftig soll die Zahl auf 770 Züge pro Tag gesteigert werden. Auch die alte Stellwerktechnik dürfte noch eine Weile für Probleme sorgen. Zwar haben laut Nordwestbahn die Planungen für ein modernes elektronisches Stellwerk bereits begonnen. Bis dieses fertiggestellt wird, dürfte aber noch einige Zeit vergehen.

Trotz der Probleme: Dichtere Taktung der Regio-S-Bahnen

Mit dem Fahrplanwechsel zum 10. Dezember hat die Nordwestbahn der vielen Probleme zum Trotz eine dichtere Taktung der RS1 beschlossen. An Werktagen gibt es für Pendler zusätzliche Fahrten, um den 15-Minuten-Takt auszubauen. Auch samstags fährt die Bahn alle Viertelstunde. Ob es angesichts der bisherigen Probleme nun zu mehr Zugausfällen komme, kann Högemann nicht beantworten: "Die Planer müssen davon ausgehen, dass das Verkehrsnetz funktioniert", sagt er. "Sonst wäre eine Planung aufgrund dessen Komplexität nicht möglich."

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 11. Januar 2018, 23:20 Uhr