Bremer Zahnarztvereinigung übt Kritik an Versorgungszentren

  • Vorwurf: Zahnmedizinische Versorgungszentren haben vor allem Rendite im Blick
  • Außerdem unterlägen sie nicht der Qualitätskontrolle der Zahnärztekammer
  • Betreiber der Versorgungszentren weist Vorwürfe zurück
Ein Zahnarzt behandelt eine Patientin in seiner Praxis.
Gerade Zahnärzte auf dem Land hätten es durch die Versorgungzentren schwer, so der Vorwurf der Zahnarztvereinigung Bremen und Niedersachsen.(Symolbild). Bild: DPA | Christin Klose

Die Zahnarztvereinigungen in Bremen und Niedersachsen kritisieren die Zunahme von neu gegründeten medizinischen Versorgungszentren. Diese Zentren mit einer Vielzahl beschäftigter Zahnärzte seien ein Kostentreiber und benachteiligten die niedergelassenen Zahnärzte, so die Kritik.

Bundesweit haben sich allein in diesem Jahr mehr als 530 dieser Zentren, in denen mehrere Praxen und Ärzte untergebracht sind gegründet. Das sind mehr als sechsmal so viele wie noch vor drei Jahren. Deutlich mehr Zentren gibt es auch im Land Bremen, genaue Zahlen konnte die Kassenzahnärztliche Vereinigung nicht nennen. Niedersachsen meldet mit mehr als 50 Neueröffnungen allein in diesem Jahr einen Rekord.

Zentren unterliegen nicht der Kontrolle der Zahnärztekammer

Die großen Versorgungszentren, die vor allem in Großstädten entstehen, beschleunigten den Ärztemangel auf dem Land, kritisieren die kassenzahnärztlichen Vereinigungen in Bremen und Niedersachsen. Dahinter würden Finanzinvestoren stecken, die vor allem ihre Rendite und nicht das Patientenwohl im Blick hätten, so der Vorwurf. Zudem würden diese Versorgungszentren aus rechtlichen Gründen nicht der Qualitätskontrolle der Zahnärztekammern  unterliegen. Ein weiterer Kritikpunkt sind tendenziell höhere Abrechnungen. Das aber weist die AOK Bremen/Bremerhaven mit Verweis auf einen festen Abrechnungskatalog zurück.

Versorgungswerk weist Vorwürfe zurück

Einer der Betreiber dieser Zentren, die Colosseum Dental GmbH Deutschland, wehrt sich gegen die Vorwürfe. Viele dieser Zentren würden schließlich von Medizinern gegründet, für die das Patientenwohl im Vordergrund stehe. Und letztlich, so eine Sprecherin, werde es für Patienten sogar günstiger, weil zum Beispiel medizinische Geräte gesammelt und daher billiger eingekauft werden können.

Das Thema beschäftigt in der kommende Woche auch den Bundesrat: Dort wird ein Gesetz beraten, wonach Neugründungen der medizinischen Zentren überall dort verboten werden sollen, wo ihre Marktmacht zu groß wird.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 16. November 2018, 16 Uhr