Windenergie-Branche im Aufbruch: Bremerhaven könnte profitieren

  • Branchentreff "Windforce" findet in Bremerhaven statt
  • Windenergie-Agentur WAB begrüßt neue Ausbauziele der Regierung
  • Unternehmen in Bremerhaven und Umgebung fehlen derzeit Aufträge
Ein Schiff liegt mit einem Kran bei Sonnenuntergang in einem Windpark.
Mit den Ausbauzielen der Bundesregierung kommt neuer Schwung in die Windenergie-Branche. Davon könnte auch Bremerhaven und die Region profitieren. Bild: Trianel Windpark Borkum II

Mit der Windenergie-Messe "Windforce" findet im September ein wichtiger Branchentreff in der Bremerhavener Stadthalle statt. Bei der Vorstellung des Programms begrüßte die in Bremerhaven ansässige Windenergie-Agentur WAB am Freitag die neuen Ausbauziele der Bundesregierung für den Offshore-Windstrom. Mit zusätzlichen Windparks in Nord- und Ostsee will die Regierung die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen in den kommenden Jahren deutlich erhöhen. Die bisherige Zielmarke von 15 Gigawatt soll bis 2030 auf 20 Gigawatt Leistung angehoben werden, bis 2040 auf 40 Gigawatt.

Die WAB fordert allerdings, den Bau neuer Offshore-Windparks schneller auszuschreiben als bisher geplant. Die Agentur hat in Bremerhaven rund 25 Mitglieder aus der Branche, im Land Bremen insgesamt noch deutlich mehr. "Es geht den Unternehmen jetzt schlecht, sie stecken jetzt in der Krise und brauchen jetzt Arbeitspakete", so WAB-Geschäftsführerin Heike Winkler. Dann könnten kleine und mittlere Unternehmen in Bremerhaven und Umgebung profitieren. Es fehle ihnen momentan nur die Auftragslage. Erst ab 2024 gebe es größere Mengen an Ausschreibungen. Hierzu sei man laut Winkler noch in Gesprächen mit der Politik, wie sich diese schneller realisieren ließen.

Das gleiche gelte auch für den aus Windstrom erzeugten, so genannten "grünen" Wasserstoff. Der klimaneutral produzierte Energieträger zählt zu den zentralen Themen der Messe. "Wir haben die Forschung in Bremerhaven und den Hersteller in Cuxhaven – alles vor der Tür, um sofort loszulegen", so Winkler. Ende 2019 hatte Bremen ein Forschungsprojekt zur Herstellung der Zukunftstechnologie auf dem stillgelegten Flugplatz Luneort beschlossen.

"Bremerhaven steht für Innovation und Produktion im Bereich der Windindustrie und ist als Standort ideal für die Kombination von Wind und 'grünem' Wasserstoff geeignet", sagt der Bremerhavener Stadtverordnetenvorsteher Torsten von Haaren (SPD). Aus dem Umland gibt es bereits positive Nachrichten: Das Unternehmen Steelwind mit Hauptsitz in Nordenham hat den Auftrag erhalten Fundamente für den Windpark "Arcadis Ost 1" des belgischen Betreibers Parkwind in der Ostsee zu liefern.

Neue Hoffnung Wasserstoff: So funktioniert Bremerhavens Pilot-Projekt

Video vom 24. November 2019
Annette Schimmel von der Bremerhavener Wirtschaftsförderung im Interview.
Bild: Importer

Autor

  • Joschka Schmitt

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