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Windräder sollen leiser werden – eine Genugtuung für Anwohner

  • WHO empfiehlt erstmals Lärm-Richtwerte für Windräder
  • Lärm soll 45 Dezibel tagsüber nicht übersteigen
  • In Bremen-Seehausen fühlen sich Anwohner gestört
Anwohnerin äußert sich zur Lärmbelastung durch Windräder.

Windenergieanlagen machen Lärm, und der sollte nach einer neuen Richtlinie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchschnittlich 45 Dezibel tagsüber nicht überschreiten. "Lärm von Windenergieanlagen oberhalb dieses Wertes ist mit schädlichen gesundheitlichen Auswirkungen verbunden", heißt es in dem Bericht. Für die nächtliche Höchstbelastung spricht die WHO keine Empfehlung aus. Dafür gebe es noch nicht genügend aussagefähige Studien.

Die Vorgaben für genehmigungspflichtige Anlagen in allgemeinen Wohngebieten sind in Deutschland niedriger; laut Umweltbundesamt gilt für Lärmbelastung zurzeit ein Immissionsrichtwert von 55 Dezibel tagsüber – es sind also zehn Dezibel mehr erlaubt als die WHO jetzt empfiehlt. Die Vorgabe für die Nacht liegt bei 40 Dezibel.

Empfehlung ist nicht bindend

Bremer, die in der Nähe von Windkraftanlagen wohnen, bestätigen, dass die Riesen-Maschinen das Leben beeinträchtigen können. Laut Ronald Steeneck wurden in Seehausen Spitzenwerte von 67 Dezibel in der Nacht gemessen – das ist deutlich mehr als eigentlich nur tagsüber erlaubt ist. "Es ist psychisch einfach belastend", sagte Angelika Kutschbach. "Das ist wie ein tropfender Wasserhahn, das ist ein Geräusch, das immer wiederkehrt." Für sie sei die Empfehlung der WHO eine Genugtuung.

Doch diese ist nicht verpflichtend. "Wenn eine Anlage nach dem jetzt geltenden Lärmrichtwert 55 Dezibel ausgerichtet ist, dann können wir sagen, das genehmigen wir nicht. Dann kann aber derjenige, der den Antrag stellt, zum Verwaltungsgericht gehen, und dann kriegt er da Recht", sagt Jens Tittmann, Sprecher des Bremer Umweltressorts. Verbindlich werden die empfohlenen Grenzwerte erst, wenn der Bund sie gesetzlich verankert.

Die Karte zeigt, wo in Bremen und Bremerhaven Windräder stehen:

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 10. Oktober 2018, 19:30 Uhr