Bremer Lürssen-Werft könnte Teil einer neuen Großwerft werden

  • Drei Werften sprechen Medien zufolge über engere Zusammenarbeit
  • Dabei geht es um den Bau von Marineschiffen
  • Zusammenschluss soll deutsche Werften wettbewerbsfähig machen
Deutsche Fregatte im Hamburger Hafen
Deutsche Marineschiffe sollen den Vorstellungen von drei norddeutschen Werften künftig wieder vermehrt in Deutschland gebaut werden. Bild: DPA | Karl-Heinz Sprembe

Mehrere deutsche Marine-Werften planen laut Medienberichten, sich zusammenzuschließen. Ob daraus eine Kooperation entstehen soll oder ein neuer Großkonzern, scheint noch unklar. Mit dabei sein könnte auch die Bremer Lürssen-Werft. Ziel sei es, einen neuen deutschen Werftkonzern für den militärischen Überwasserschiffbau zu gründen, um international wettbewerbsfähig zu sein. Die Bundesregierung fungiere als Moderator, berichtete der NDR.

Im Gespräch ist der Bremer Konzern demnach mit German Naval Yards und der Marine-Abteilung von Thyssenkrupp in Kiel. Die Idee einer neuen deutschen Großwerft für den Kriegsschiffbau gibt es offenbar seit Jahresbeginn.

Lürssen hält Konsolidierung für sinnvoll

Lürssen wollte das Vorhaben auf Nachfrage von buten un binnen nicht kommentieren – lässt indirekt aber durchblicken, dass das Unternehmen den Plan für sinnvoll hält. So erklärte ein Sprecher der Bremer Werft, man halte "eine Konsolidierung der Systemhäuser im deutschen Marineschiffbau für sinnvoll und erforderlich, um dadurch nachhaltig die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken".

Nur ein starker deutscher Player wird den maritimen deutschen Hochtechnologiesektor sichern und ausbauen.

Der Vorstandsvorsitzende von German Naval Yards Kiel, Jörg Herwig, gegenüber dem NDR

Erst im Januar war ein Auftrag der deutschen Marine über den Bau von vier Kampfschiffen des Typs MKS180 an den niederländischen Damen-Konzern gegangen. German Naval Yards hatte im Bieterverfahren um die 5-Milliarden-Euro-Bestellung das Nachsehen. Mit einem gemeinsamen Marine-Konzern könnten die deutschen Werften sich besser aufstellen, so dass Schiffbau-Aufträge des Militärs auch an deutsche Firmen gehen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 16. April 2020, 16 Uhr