Fragen & Antworten

Viel Ehre und ein bisschen Geld: Das ist der Job der Wahlhelfer

4.800 Wahlhelfer werden für die Bürgerschaftswahl am 26. Mai In Bremerhaven und Bremen gesucht. Es ist ein Job für Frühaufsteher, Nachteulen – und beliebt bei Studenten.

Eine Gruppe Wahhlhelfer leeren eine Wahlurne auf einem Tisch aus, um die Stimmen zu zählen.
Wahlhelfer geben Stimmzettel in den Wahllokalen aus und stellen sicher, dass die Wahl ordnungsgemäß verläuft. Bild: DPA | Maja Hitij
Warum werden Wahlhelfer überhaupt benötigt?
Das Gesetz sieht vor, dass die Wahl vom Wahlvolk umgesetzt wird und es vom Wahlamt nur unterstützt wird. Eine Behörde allein könnte den Aufwand, eine Wahl komplett selbst auszurichten, nicht mit eigenem Personal stemmen. In Bremen werden dieses Jahr 3.800 Freiwillige benötigt, in Bremerhaven rund 1.000. Zusätzlich stocken die beiden Wahlämter ihr Personal auf. 2019 werden zum Beispiel rund 40 Auszubildende aus der Verwaltung bei der Wahl mit anpacken.
Wahlhelfersuche im Land Bremen
Mit diesem Superheldenmotiv lockt das Land Ehrenamtliche für die Wahl 2019.
Wie wird man Wahlhelfer?
Jeder, der selbst wahlberechtigt ist, kann sich für dieses Ehrenamt freiwillig melden. Auf einem Formular des Wahlamts werden Wünsche zum Ort, der Zeit und der Art des Einsatzes angeben, die in der Regel auch berücksichtigt werden. Man kann am Wahlsonntag selbst im Wahllokal helfen, sich aber auch gleich für die ganze Woche fürs Auswerten der Stimmzettel anbieten. Die Wahlämter schreiben zusätzlich ehemalige Wahlhelferinnen und Wahlhelfer an, denn manche "Wiederholungstäter" sind schon seit 40 Jahren regelmäßig dabei. Bundesländer wie Niedersachsen nutzen aber auch schon mal die Möglichkeit, Bürger zu diesem Einsatz zu verpflichten. Ablehnen dürften nur Wahlberechtigte, die älter als 65 Jahre alt sind. Bremen konnte bislang solche Zwangsmaßnahmen umgehen und setzt im Zweifel auch auf die Hilfe der Bediensteten aus der eigenen Verwaltung.
Grafik: Fakten zu für die Wahlhelfer in Bremen 2019 Erfrischungsgeld: 60 bis 70 Euro am Tag Voraussetzung:Muss Wahlberechtigt sein Kontakt:www.wahlen.bremen.de Wahlhelden gesucht!DAS LAND BREMEN SUCHT 4.800 WAHLHELFER. Einsatzorte:150 in Bremen75 in Bremerhaven Einsatzzeit:Sonntag 26. Mai 20197:30 Uhr bis 21-23 UhrMontag bis Freitagcirca 9 bis 17:30 Uhr
Was müssen Wahlhelfer können?
Es gibt keine besonderen Voraussetzungen. Das Wahlamt hofft auf gut durchmischte Teams in den Wahllokalen und hat gute Erfahrungen damit gemacht. Das sorge für eine "gewisse soziale Kontrolle", und erfahrungsgemäß ergänzen sich die Helferinnen und Helfer so auch sehr gut. Die "Abschnittsleiter" vom Wahlamt touren am Wahltag von Wahllokal zu Wahllokal, um die Teams zusätzlich zu unterstützen. Sie sind auch telefonisch jederzeit erreichbar. Computererfahrung und Geduld kommt denen zugute, die in den Tagen nach der Wahl bei den Auszählungen dabei sind, denn die fünf Kreuze auf den 25-seitigen Wahlzetteln werden dann akribisch von drei Personen gemeinschaftlich kontrolliert und dann digitalisiert. Die Auszähler nehmen – wie auch die Wahlvorsteher und Schriftführer vom Wahltag – etwa vier Wochen vor der Wahl an einer zweistündigen Schulung teil, um gut vorbereitet zu sein auf die anstehenden Aufgaben. Und übrigens: Wer am Wahltag bei der Auszählung der Europawahl helfen will, sollte laut Bremens Referatsleiter Martin Kesper eher eine "Eule" sein, da sich diese je nach Wahlbeteiligung durchaus bis 23 Uhr ziehen kann.
Was bekommen Wahlhelfer als Entschädigung?
Es handelt sich zwar um ein Ehrenamt, doch wird das Engagement mit einer Aufwandsentschädigung vergütet. Das Erfrischungsgeld am Wahltag ist gestaffelt und liegt bei 60 bis 70 Euro. Für die Auszählung sind 50 bis 60 Euro pro Tag veranschlagt. Für den Himmelfahrtstag gibt es 100 Prozent Aufschlag. Laut Wahlamt ist diese Auszählwoche deshalb vor allem für Studenten eine beliebte Verdienstquelle, über die sich mancher schon nach eigenen Worten "eine Monatsmiete" reingeholt hat.

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  • Eva Linke

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 8. März 2019, 7:20 Uhr