Urteil gefallen: Bremer Geiselnehmer müssen lange in Haft

Bild: Radio Bremen
  • Bremer Landgericht spricht Urteil gegen zwei Männer
  • Angeklagte sollen einen Mann tagelang festgehalten haben
  • Gegen drei weitere Männer läuft gesondertes Verfahren

Nach 176 Verhandlungstagen ist vor dem Landgericht Bremen an diesem Freitag ein Prozess gegen zwei 44 und 39 Jahre alte Männer zu Ende gegangen. Sie sollen 2016 zusammen mit anderen einen Mann gefesselt, mit einer Pistole bedroht und brutal geschlagen haben.

Die beiden Männer erwarten nun lange Haftstrafen: Der 39-Jährige wurde zu acht Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der 45-Jährige muss laut Urteil sieben Jahren und drei Monate in Haft, ihn verurteilte die Kammer zusätzlich wegen des Besitzes einer Schusswaffe. Die Angeklagten hatten Teilgeständnisse abgelegt, aber abgestritten, massive Gewalt ausgeübt zu haben.

Männer kommen zunächst auf freien Fuß

Laut Anklage hielten sie den Mann mehrere Tage fest, um von ihm Hintergrundinformationen zu einem Überfall auf eine türkische Teestube in Bremen zu erpressen. Die Staatsanwaltschaft forderte für die Angeklagten Freiheitsstrafen von acht Jahren und zehn Monaten beziehungsweise von sieben Jahren und acht Monaten.

Die Männer sitzen seit rund dreieinhalb Jahren in Untersuchungshaft – dies wird auf die Haftzeit angerechnet. Bis das Urteil rechtskräftig wird, kommen sie auf freien Fuß, sagte der Gerichtssprecher. Falls Revision eingelegt wird, kann es dauern, bis die Urteile in Kraft treten, denn dann würde der Bundesgerichtshof das Urteil auf Rechtsfehler prüfen. Der Prozess hatte zunächst gegen fünf Männer begonnen, gegen drei von ihnen wurde das Verfahren abgetrennt.

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 9. Juli 2021, 19:30 Uhr