Infografik

Wo kommt Bremens Trinkwasser her?

Im Jahr 2019 war der Wasserverbrauch ein kontrovers diskutiertes Thema. Woher kommt Bremens Trinkwasser und wie wird die Versorgung in Zukunft gewährleistet?

Aus einem Wasserhahn läuft Trinkwasser
Bild: Imago | Christian Ohde

Das Jahr 2019 war zweifelsohne das Jahr der Klimabewegungen. Auch in Bremen sind Tausende Menschen für den Klimaschutz auf die Straße gegangen. Und zum Klimaschutz gehört auch der Appell, mit Ressourcen wie Wasser verantwortungsvoll umzugehen. Doch aus welchen Quellen bekommt Bremen sein Trinkwasser? Und wie wird sich der Konsum im nächsten Jahr entwickeln? Die letzten Daten stammen aus dem Jahr 2016. Aktuellere Daten wollte das Bremer Wasserversorgungsunternehmen SWB mit Verweis auf laufende Verhandlungen mit den Lieferanten nicht preisgeben. Doch die Zahlen dürften sich nicht zu stark verändert haben, wie die Umweltbehörde mitteilte.

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Demnach liefern die Harzwasserwerke den größten Anteil: etwa 45 Prozent der knapp 32 Millionen Kubikmeter Wasser, die jährlich in Bremen verbraucht werden. Meistens fließt das Wasser aus dem Wasserwerk in Ristedt bei Syke. Doch je nach Auslastung erhalte die Bremer Region temporär und anteilig auch Wasser aus Liebenau beziehungsweise dem Harz, teilte ein Sprecher auf Nachfrage mit. Als zweitgrößter Lieferant gilt der Trinkwasserverband Verden mit etwa 9,5 Millionen Kubikmetern. Ein kleiner Teil davon kommt aus dem Wasserwerk Wittkoppenberg, der größte Anteil aus dem Wasserwerk Panzenberg.

Lediglich 15 Prozent von Bremens Trinkwasser kommen aus der heimischen Förderung, und zwar aus dem Wasserwerk in Blumenthal. Darunter wird auch das Wasser erfasst, das in Bremen-Vegesack gewonnen wird. Den kleinsten Anteil bekommt Bremen vom Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband, Standort Wildeshausen: etwa 10 Prozent, rund 3 Millionen Kubikmeter. Bremens Trinkwasser wird zu 100 Prozent aus Grundwasser gewonnen.

Wassermenge aus Verden könnte sich verringern

Die Förderung für das Wasserwerk Panzenberg bei Verden stand zuletzt mehrmals in der Kritik. Sie soll laut Umweltorganisationen für Umweltschäden in der Region mitverantwortlich sein. Erst vor wenigen Monaten hatte der Trinkwasserverband Verden, der etwa ein Drittel von Bremens Trinkwasser liefert, angekündigt, die Menge des geförderten Wassers um eine Million Kubikmeter reduzieren zu wollen. Das würde die Wasserversorgung in Bremen vor eine Herausforderung stellen. Eine Million Kubikmeter Wasser könne nicht auf die Schnelle ersetzt werden, hatte der Versorger SWB nach der Ankündigung mitgeteilt.

Der Antrag des Verbandes muss vom Landkreis Verden überprüft und eventuell genehmigt werden. Noch seien allerdings die Antragsunterlagen nicht vollständig, teilte die Leiterin des Fachdienstes Wasser beim Landkreis, Silke Brünn, mit. Eine Entscheidung sei voraussichtlich erst gegen Ende 2020 zu erwarten. Es war nicht möglich, eine Stellungnahme des Verbandes dazu zu holen.

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Wachsende Bevölkerung könnte den Bedarf steigen lassen

Wie aus Deputationsunterlagen vom Vorjahr hervorgeht, hat sich der Wasserverbrauch der Hansestadt in den vergangenen Jahren nicht wesentlich verändert. Allerdings könnte Bremens Wasserkonsum in den kommenden Jahren durch wachsende Bevölkerungszahlen steigen. Gleichzeitig hat sich jedoch der Pro-Kopf-Verbrauch in den vergangenen 30 Jahren verringert. Genau 122 Liter pro Tag verbrauchte der Bremer 2016 im Schnitt laut Statistischem Landesamt. 2018 lag der bundesweite Durchschnitt bei 127 Litern.

Wie aus den Unterlagen hervorgeht, prüft die Stadt gerade die Möglichkeit, mehr Wasser aus dem Vegesacker Untergrund zu beziehen. Dies dürfte sich jedoch wegen der ansässigen Industrien und der Altlasten im Boden nicht einfach gestalten. Das Umweltressort teilte auf Nachfrage mit, dass ein hydrologisches Gutachten kürzlich erstellt worden sei. Die Ergebnisse sollen Anfang 2020 öffentlich gemacht werden.

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Autorin

  • Serena Bilanceri

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 09. Juli 2019, 19:30 Uhr