Tödlicher Fehler: Verdener Ärztin zu Geldstrafe verurteilt

  • Assistenzärztin hatte einer zuckerkranken Patientin Kalium-Lösung gespritzt
  • Patientin starb an den Folgen
  • Es war der erste Einsatz der Ärztin
Eine Hand hält eine Spritze.
Ein Fehler einer Assistenzärztin in Verden hatte tödlicher Folgen. (Symbolbild) Bild: DPA | Sebastian Kahnert

Eine Assistenzärztin aus Verden ist vom Landgericht Verden wegen fahrlässiger Tötung zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Die Ärztin hatte vor zwei Jahren einer zuckerkranken Patientin im Krankenhaus versehentlich eine unverdünnte Kalium-Lösung gespritzt. Die Patientin war an den Folgen gestorben.

Die angeklagte Assistenzärztin habe den Fehler mit tödlichen Folgen bei ihrem ersten Einsatz auf der Intensivstation gemacht, hieß es. Der Vorsitzende Richter am Verdener Landgericht hielt der Angeklagten in seiner Urteilsbegründung aber zugute, dass sie den Fehler, als sie ihn bemerkte, sofort eingeräumt habe. Außerdem habe sie versucht, zu helfen und tiefe und ehrliche Reue gezeigt.

"Es mag vielleicht überraschen, dass die Ärztin nach diesem Fehler weiterbeschäftigt worden ist", sagte der Richter. Es habe sich aber um ein sogenanntes Augenblicksversagen gehandelt. Seit der Tat habe die Ärztin ihren Dienst ohne Fehler in der Verdener Klinik verrichtet. Deshalb sei es ausreichend, aber auch erforderlich, ein Geldstrafe in Höhe von drei Monatsgehältern zu verhängen. Die Ärztin ist durch dieses Urteil nicht vorbestraft.

Verdener Ärztin muss sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten

Zwei Mitarbeiter eines Gerichtes stehen nebeneinander, im Hintergrund ist das niedersächsische Wappen zu sehen.

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Nachrichten, 23. August 2019, 15 Uhr